Raychouni stiehlt show und eichinger schlägt doppelt: jahn regensburg dreht auf
Der SSV Jahn Regensburg hat mitten im Abstiegskampf einen Dämpfer gesetzt, der sich gewaschen hat. In Verl platzte der Knoten – und das gleich doppelt. Co-Trainer Munier Raychouni gewann als Notnagel an der Seitenlinie erneut, Noel Eichinger traf erstmals doppelt in der 3. Liga. Das 2:0 beim SC Verl war mehr als drei Punkte: Es war ein Statement.
Raychouni als interimscoach: zwei spiele, sechs punkte
Michael Wimmer musste zuschauen – Gelbgesperrt. Stattdessen agierte Raychouni, 39, als Chef. Er kannte die Marschroute: Hohes Pressing, schnelle Positionswechsel neutralisieren. Die Jungs folgten. Bereits beim 4:0 gegen 1860 München hatte er bewiesen, dass er mehr ist als bloß Assistent. Nun folgte der zweite Sieg. „Wir haben Verl nie zur Entfaltung kommen lassen“, sagte er nach Abpfiff. Statistisch gesehen ist er damit der beste Coach der Liga – zumindest kurzfristig.
Der Plan ging auf, weil Regensburg früh störte. Schon nach 13 Minuten erzwang Eichinger das erste Highlight: Ballgewinn, Direktabnahme, 1:0. Kurz vor der Pause legte er mit einem Fallrückzieher nach, der seinesgleichen sucht. „Ich hab’s einfach getroffen“, kommentierte er trocken. MagentaSport wird das Tor des Monats nicht um ihn herumkommen. Neun Saisontreffer, fünf Vorlagen – das sind die Zahlen eines Angreifers, der endlich angekommen ist.

Der lange weg zurück in die wirkung
2023 wechselte Eichinger nach Regensburg, doch der Durchbruch blieb aus. Leihe nach Greifswald, dann zu Lok Leipzig. Dort traf er achtmal, half beim Meistertitel, verpasste aber die Aufstiegsrelegation. Die Rückkehr nach Regensburg war ein Neuanfang mit offenem Ende. Nun liefert er, wenn es brenzlig wird. Die Verler Abwehr, zuvor dreimal ohne Gegentor im Jahr 2026, wirkte ratlos. Mit jedem Laufduell gewann Eichinger Selbstvertrauen – und den Platz für den entscheidenden Schlenzer.
Die Tabelle spricht eine klare Sprache: Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, ein Polster von elf Zählern auf Aue und Ulm. Der Abstiegsstrudel ist vorerst abgeflaut. Die Stimmung im Lager? „Wir fahren nach Hause und wissen, dass wir arbeiten müssen, aber wir können auch lächeln“, sagte Kapitän Andreas Geipl. Der Blick geht nach oben – und das nicht nur metaphorisch.
Raychouni wird demnächst wieder an der Seitenlinie stehen, diesmal als Assistent. Doch wer zwei Siege aus zwei Spielen holt, hinterlässt Fußspuren. Eichinger wiederum hat endlich das Torhütergespann der Liga aufgeschreckt. Wenn der Jahn so weitermacht, sprechen bald nicht mehr die Abstiegslisten, sondern die Aufstiegsrechner von Regensburg. Und das ist keine Prognose, sondern die Konsequenz aus 180 Minuten Fußball, in denen ein Co-Trainer und ein Stürmer gezeigt haben, dass Selbstvertrauen ansteckend ist.
