Rangnick-poker um milan: steht der rossonere-umbruch bevor?
Mailand fiebert. Die Gerüchte um Ralf Rangnick und eine mögliche Übernahme des sportlichen Verantwortungsbereichs beim AC Milan erreichen ihren Höhepunkt. Nach einem intensiven Treffen in Wien am Dienstag, bei dem der Deutsche seine Vorstellungen für eine radikale Umstrukturierung vorlegte, liegt die Entscheidung nun bei den Verantwortlichen von RedBird und Klubikone Zlatan Ibrahimovic. Ob der ambitionierte Plan des ehemaligen RB Leipzig-Masterminds in Mailand Fuß fassen wird, ist derzeit unklar, doch die Zeichen stehen nicht schlecht.

Rangnicks vision: mehr als nur ein trainer
Im Gegensatz zu den Spekulationen von 2020, als Rangnick als direkter Nachfolger von Stefano Pioli gehandelt wurde, strebt der 67-Jährige eine deutlich umfassendere Rolle an. Er möchte nicht nur das Traineramt bekleiden, sondern das gesamte sportliche Umfeld gestalten – von der Scouting-Abteilung über die Jugendakademie bis hin zur taktischen Ausrichtung der Profimannschaft. Seine Forderung: die Freiheit, seine eigenen Mitarbeiter mitzubringen und seine Philosophie durchzusetzen. Ein Umfeld, das dem von Red Bull gewohnten Modell gleicht, könnte in Mailand für frischen Wind sorgen.
Die Verhandlungen sind delikat. Cardinale und Ibrahimovic müssen abwägen, ob sie bereit sind, einem so einflussreichen Mann die Zügel zu überlassen. Die Personalentscheidungen, insbesondere die Wahl des neuen Trainers, lägen komplett in Rangnicks Händen. Ein Umbruch dieser Größenordnung ist mit Risiken verbunden, könnte aber auch den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft legen.
Die österreichische Nationalmannschaft, die Rangnick nach dem WM-Qualifikationserfolg und dem Gruppensieg bei der EM 2024 verlassen wird, scheint die Situation mit Verständnis zu verfolgen. Ein Abgang mitten in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft wäre für den Verband natürlich unerfreulich, doch die Chance, in einem europäischen Top-Klub zu arbeiten, ist für Rangnick zu verlockend, um sie abzulehnen.
Rangnick selbst äußerte sich in einem Interview vage: „Wahrscheinlich haben sich alle gemerkt, dass letzte Woche etwas Außergewöhnliches in Mailand passiert ist.“ Ein diplomatischer Kommentar, der die Spekulationen weiter anheizt. Seine Gehaltsvorstellungen liegen bei rund einer Million Euro netto pro Saison, was deutlich unter dem liegt, was er beim AC Milan verdienen könnte. Die österreichische Nationalmannschaft versucht, durch zusätzliche Sponsoren die Summe auf zwei Millionen Euro jährlich zu erhöhen – ein Modell, das bereits von der italienischen Fußball-Union für Antonio Conte angewendet wurde.
Ob Rangnick und Ibrahimovic, die sich 2020 bereits kritisch äußerten, in der Lage sein werden, trotz unterschiedlicher Philosophien erfolgreich zusammenzuarbeiten? Diese Frage wird die kommenden Tage und Wochen in Mailand beschäftigen. Die Fans hoffen auf eine neue Ära, auf eine Rückkehr zu alter Stärke und auf eine Mannschaft, die wieder für Furore sorgt.