Rangnick kassiert den nächsten coup: chukwuemeka macht österreich blitzschnell zum wm-hochburg-klub

Die FIFA hat es am Montag per Knopfdruck abgesegnet, Österreichs Teamchef Ralf Rangnick durfte kurz darauf den nächsten Jubelstempel setzen: Carney Chukwuemeka darf künftig in Rot-Weiß auflaufen. Fünf Tage nach Paul Wanners Absage an den DFB erhält das Team eine zweite Top-Option für die WM in den USA – und verwandelt sich vor den Augen der Konkurrenz in ein Sammelbecken für verzweifelte Großtalente.

Der bvb-star kommt als joker ins rennen

Der 22-Jährige, geboren in Wien, aber in London groß geworden, war beim BVB zuletzt nur eine Randnotiz wegen muskulärer Probleme. Jetzt könnte er binnen drei Wochen zum Matchwinner avancieren. Rangnick nominiert am 16. März seinen Kader für die Testspiele gegen Ghana (27. März) und Südkorea (31. März), beide Partien finden in Wien statt. Ein Debüt vor heimischem Publikum wäre speziell für Chukwuemeka, der durch die englischen Junioren-Nationalteams tingelte und nie damit rechnete, einmal für Österreich aufzulaufen.

Die sportliche Logik dahinter: Das Mittelfeld der ÖFB-Auswahl wankt. Sabitzer und Laimer brauchen frische Impulse, wenn es im Sommer gegen Argentinien, Algerien und Jordanien in Gruppe J geht. Chukwuemekas Spielintelligenz und seine Laufwege in halbräumlichen Situationen passen exakt in Rangnicks Gegenpressing-Manier. Die Frage ist nur: Wie fit ist er wirklich? Die letzte Bundesligaminute liegt Monate zurück.

Wanner und chukwuemeka – ein doppelschlag mit signalwirkung

Wanner und chukwuemeka – ein doppelschlag mit signalwirkung

Mit Wanner und Chukwuemeka schlägt Österreich ein Transferfenster auf dem Rasen auf. Beide Spieler hatten sich in den vergangenen Monaten mit ihrer jeweiligen Nationalelf kaum Hoffnung auf einen Stammplatz gemacht. Der DFB wartet weiter auf den Durchbruch von Wanner, der sich wegen mangelnder Perspektive abwandte. Chukwuemeka wurde von den englischen Verantwortlichen nie ernsthaft berücksichtigt. Rangnick nutzte die Lücke, bündelte zwei Frustrationsgeschichten und verwandelte sie in eine österreichische Offensive.

Die FIFA-Datenbank listet beide Wechsel inzwischen als „abgeschlossen“ – für den ÖFB ein Tag der offenen Tore. Die EM 2028 rückt ebenfalls in den Fokus, denn mit Wanner (19) und Chukwuemeka (22) stehen zwei Langfristprojekte bereit, die die nächste große Turniermanche stützen sollen. Ob es für 2026 schon reicht, um den Titelverteidiger Argentinien zu ärgern, wird sich in den Testspielen zeigen. Rangnick plant laut Insidern ein 4-2-2-2, in dem beide Neue hinter dem Sturmzentrum agieren könnten.

Die Konkurrenz in der Gruppe J schmunzelt noch, wird aber aufmerksam. Algerien und Jordanien hatten Österreich bisher als machbaren Gegner eingeordnt. Jetzt steht plötzlich ein Kader, der mit Bundesliga-Topbesetzung und Premier-League-Potenzial aufwartet. Die österreichische Fanszirkel sprechen bereits vom „Rangnick-Effekt“, der die Nationalelf innerhalb von zwölf Monaten aus der Krise katapultiert. Die FIFA-Weltrangliste wird am Dienstag zwar noch keinen Sprung nach oben zeigen – die Psyche der Mannschaft schon.

Die Uhr tickt. Noch 92 Tage bis zum Eröffnungsspiel der WM in New York. Rangnick hat seine Aufstellung offen, die mediale Erwartungshaltung steigt. Chukwuemeka und Wanner müssen jetzt liefern, sonst wird aus dem Coup eine bloße Panik-Ansage. Die erste Bewährungsprobe steigt am 27. März im Ernst-Happel-Stadion. Dort wird sich zeigen, ob Österreich tatsächlich zu einer neuen Adresse für enttäuschte Großtalente geworden ist – oder nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum nächsten Paukenschlag.