Medved raus: finnlands skisprung-coach fliegt nach sauf-eklat
Die Finnen haben ihre letzte Medaille geholt – und ihren Trainer verloren. Igor Medved, der slowenische Chefcoach der finnischen Skispringer, muss nach einem Alkohol-Eskapade während der Olympischen Spiele in Peking seinen Posten räumen. Sein Vertrag wird nicht verlängert, bestätigte der Sender Yle.
Der absturz nach dem höhenflug
Medved hatte die Mannschaft aus der Bedeutungslosigkeit zurückgeführt. Unter seiner Leitung schafften Antti Aalto und Niko Kytösaho am vergangenen Sonntag in La Platz drei im Super-Team-Wettbewerb – das erste Podest für Finnland seit 2014. Doch erlebte er den Triumph nicht live. Nach einem durchzechten Abend im slowenischen Quartier wurde er nach Hause geschickt, die Nachfolge übernahm Übungsleiter Lasse Moilanen.
Der Verband schwieg zunächst, ließ nur durchblicken, dass „interne Regeln“ verletzt wurden. Nun ist klar: Die Regel lautet Null Toleranz. Skisprung-Chef Janne Väätäinen kommentierte knapp: „Wir danken Igor für die sportlichen Erfolge, aber Vertrauen ist nicht verhandelbar.“

Was die zahlen verschweigen
Die Statistik sieht gut aus: zwei Top-Ten-Platzierungen in diesem Winter, fünf Athleten unter den besten 30 der Gesamtwertung. Doch hinter den Kulissen brodelte es schon länger. Spieler berichteten von „unruhigen Nächten“ und „seltsamen Eskapaden“. Medved galt als brillanter Taktiker, aber auch als Mann, der die Grenze zwischen Lockerheit und Exzess verwechselt.
Finnland sucht nun einen neuen Chef, der die Balance findet zwischen Disziplin und der lockeren Atmosphäre, die Medved etablierte. Die Kandidatenliste ist kurz: Ex-Weltmeister Matti Hautamäki lehnte ab, Andreas Goldberger soll intern gehandelt werden. Die Entscheidung fällt vor der Sommer-Grand-Prix-Saison.
Für Medved bleibt ein versiegelter Koffer mit unverbrauchtem Potenzial. Für Finnland die Erkenntnis: Auch ein Sieg kann teuer sein, wenn der Preis die eigene Autorität ist.
