Rakitic: kroatiens fußball-ikone wird zum europa-league-botschafter!
Bologna – Ivan Rakitic, einst das taktische Genie im Mittelfeld von Barcelona und Sevilla, hat ein neues Kapitel in seiner Karriere aufgeschlagen. Der 37-jährige Kroate ist nicht länger aktiver Fußballspieler, sondern nun Botschafter der Europa League und Conference League. Ein Wechsel, der ihn von Bologna aus in die Welt des Fußballs zurückführt – und der einige brisante Thesen über die Zukunft des italienischen Fußballs mit sich bringt.
Die vergangenheit: ein vermächtnis des erfolgs
Rakitic blickt auf eine Karriere zurück, die von Triumphen geprägt ist. Champions-League-Siege mit Barcelona, die kroatische Nationalmannschaft führte er bis ins Finale der WM 2018. Er war, wie er selbst zugibt, der „qualitative Hüter“ von Luka Modric im kroatischen Nationalteam. Doch nun ist er in einer neuen Rolle gefordert, eine Rolle, die ihm neue Perspektiven eröffnet.

Die zukunft des italienischen fußballs: ein appell
Die Frage, die in Bologna im Raum stand: Was ist mit dem italienischen Fußball los? Rakitic scheute sich nicht, seine Meinung zu äußern. „Ich bin schockiert, dass seit 2010 nur eine italienische Mannschaft die Champions League gewonnen hat“, sagte er. Eine erschütternde Erkenntnis, die er mit seiner Verbundenheit zum „futbol italiano“ kontrastierte. Die Abwesenheit einer neuen Generation von Spielern ist spürbar. “Es ist beunruhigend, dass Italien zum dritten Mal in Folge nicht bei einer Weltmeisterschaft dabei ist.”
Er plädierte für schnelles Handeln, forderte die FIGC auf, eine Lösung zu finden – idealerweise mit einem ehemaligen Spieler an der Spitze. „Die Wahl der perfekten Person ist nicht einfach, aber es muss schnell geschehen.“ Die Regeln müssen angepasst werden, denn sonst ändert sich nichts. Trainer müssen jungen Spielern die Möglichkeit geben, Fehler zu machen, so wie es in Spanien üblich ist, wo talentierte Jugendspieler frühzeitig in die erste Mannschaft integriert werden.

Die neuen talente: hoffnungsschimmer
Trotz der düsteren Aussichten sieht Rakitic auch Hoffnungsschimmer. Er lobte Matteo Ruggeri, einen jungen Italiener, der es bis in die Champions-League-Halbfinals geschafft hat. “Manchmal ist es nicht einfach, aus der Komfortzone auszubrechen, aber man muss kämpfen, um zu gewinnen.” Diese Botschaft richtet er auch an die kroatischen Talente. Und er hebt Mario Pasalic hervor, der ihm in manchen Situationen an Luka Modric erinnert – ein Spieler, der überall auf dem Platz zu finden ist.
Ein Name, der in Zukunft für Aufsehen sorgen könnte, ist Luka Vuskovic, ein 18-jähriger Innenverteidiger, der derzeit beim Hamburger SV spielt, aber dem Tottenham Hotspur gehört. Er hat alles, um ein Star zu werden.

Die emotionen des spiels: var und die zukunft
Rakitic äußerte sich außerdem kritisch zur Video-Assistent-Technologie (VAR): „Ich mag sie nicht. Ich liebe die Emotionen im Fußball, die Spontaneität. Der Fehler gehört zum Spiel.“ Er glaubt, dass die VAR die Leidenschaft im Fußball etwas nimmt. Die Technologie hat sich zwar entwickelt, aber der Fußball ist nicht wie Basketball.
Und was hält er von den Chancen der großen Mannschaften? Er sieht Paris Saint-Germain als den Favoriten für die Champions League und hofft, dass Kroatien eines Tages wieder Weltmeister wird – und dass Luka Modric noch mindestens zwei Jahre auf höchstem Niveau spielen kann.
Rakitics Worte sind ein Weckruf für den italienischen Fußball. Es ist Zeit für Veränderungen, für Mut und für eine neue Generation von Spielern. Denn wie der frühere Star selbst sagt: „Der Fußball ist eine Dimension, in der man, wenn man nicht alle Details kümmert, scheitert.“
