Raimund knallt auf holmenkollens brett: olympia-held raus nach 119 metern
Platz 36. Zweiter Durchgang nur per Zuschauerticket. Philipp Raimunds schwarzer Samstag in Oslo dauert 119 Meter – und dann ist Schluss. Der frischgebackene Olympiasieger schliddert in der Qualifikation schon durch, im Wettkampf folgt die Demontage. Holmenkollen nagelt den 25-Jährigen ans Brett – und er lacht nicht.
„So schnell kann es gehen“, sagt er, während die rote Laterne neben seinem Namen leuchtet. Selbstkritik pur, keine Ausrede. „Ich bin voll durchgelatscht, zwei Meter zu spät, das war mein Fehler.“ Der Wind? Spielt keine Rolle in seinem Satz. Die späte Startzeit? Auch egal. Raimund trägt die Schuld allein.
Der holmenkoller packt auch superstars ein
Nicht nur er kassiert ein Debakel. Auch Domen Prevc, der Slowene mit 13 Saison-Siegen und bereits festem Weltcup-Titel, fliegt als 42. raus. Eine Windböe rupst ihn mitten im Flug. „Ich kenn mich nicht mehr aus“, murmelt er. Oslo zeigt wieder: Hier kennt keiner Gnade – weder für Altmeister noch für Shootingstars.
Die Profiteure heißen Gregor Deschwanden, Maximilian Ortner und Naoki Nakamura. Der 35-jährige Schweizer Deschwanden sichert sich mit 132,5 und 130,5 Metern seinen ersten Weltcup-Sieg. Er schlägt den Rekord des ältesten Erst-Siegers – bisher hielt Pius Paschke diesen Titel seit 2024. „Ich habe gewartet, gelaunt, gezittert – und heute klappt’s“, sagt Deschwanden. Seine 263,1 Punkte reichen vor Ortner (261,7) und Nakamura (251,7).
Bei den Deutschen bleibt nur Andreas Wellinger halbwegs im Rennen: Platz 17. Karl Geiger folgt auf 19, Paschke auf 30. Felix Hoffmann landet abermals jenseits der Top-40. Bundestrainer Stefan Horngacher presst die Lippen zusammen: „Das war nicht gut.“ Eine Ansage, knapp wie ein Schanzenrekord.

Rettung schon am sonntag?
Raimund schuftelt bereits mit Blick auf das Finale am selben Berg. 18:10 Uhr, gleiche Anlage, neue Chance. „Ich hätte mir einen Probedurchgang gewünscht“, sagt er. Die Forderung klingt fast flehend. Nach dem Triumph von Lahti folgt die Lektüre von Oslo – und die nächste Seite kann er selbst schreiben. Vorausgesetzt, er trifft diesmal den richtigen Moment.
