Puma schlägt zu: gummersbachs mega-deal bläst hummel aus den hallen
Flensburg war erst der Anfang, Kiel folgte, Melsungen ging unter – und jetzt das: Der VfL Gummersbach fegt nicht nur die Liga, sondern auch seine alte Marke aus den Kabinen. Puma kauft sich für fünf Jahre und rund fünf Millionen Euro in die Handball-Hochburg am Oberberg. Die Raubkatze ersetzt Hummel, und das ist nur die Spitze eines Geschäfts, das den zwölffachen Meister wieder in die erste Reihe der Sportmarken katapultieren soll.
Arthur hoeld rückt ins boot – und bringt netzwerk mit
Was sich auf dem Papier wie ein simpler Ausrüsterwechsel liest, ist im Kluballtag ein Machtpoker. Puma-CEO Arthur Hoeld tritt nicht nur als Lieferant auf, er schreibt sich auch in den Wirtschaftsrat des VfL ein – ein Gremium, das bislang mit Namen wie Bettina Würth, Wolfgang Bosbach und Snipes-Gründer Sven Voth aufwartet. Christoph Schindler, seit Jahren Geschäftsführer und Mann für die großen Deals, spricht es offen aus: „Wir wollen den VfL nicht nur sportlich, sondern als Marke und Kulturmarke neu erfinden.“ Hoeld wiederum schwärmt von Erinnerungen an Heiner Brand und Erhard Wunderlich – und kündigt an, gemeinsam „Dinge außerhalb der Norm“ zu wagen. Das klingt nach mehr als neuen Trikots.
Die Zahlen sind durchgesickert: Fünf Jahre Laufzeit, ein Volumen, das sich mit dem Adidas-Pakt der Füchse Berlin vergleicht, plus Trainingslager, Performance- und Lifestyle-Line. Kein Sponsor hat jemals so tief in die Kasse des Traditionsklubs gegriffen. Für die Spieler bedeutet das: Neue Sohlen, neue Farben, neue PR-Termine. Für die Fans: Mehr Merchandise, Pop-up-Stores, möglicherweise ein eigener Sneaker.

Achtung, konkurrenz: gummersbach will sich nicht nur führen, sondern führen
Die Elf von Trainer Emir Kurtagic hat seit der EM-Pause fünf Siege geholt, 157 Tore geschossen, nur 129 kassiert. Die Defensive wirkt gereift, der Angriff tanzt. Spanien-Superstar Alex Dujshebaev unterschrieb bereits für die neue Saison, Hauptsponsor Wandelt bringt frisches Kapital. Jetzt also Puma – ein Paket, das den VfL aus der zweiten Reihe der Mediengeschichte katapultieren soll. Andere Klubs werben mit einzelnen großen Marken, Gummersbach bündelt sie.
Was heute als Ausrüsterwechsel verkündet wird, ist morgen vielleicht schon Case-Study in Sportmarketing-Seminaren. Die Liga schaut nach Ostwestfalen, der Markt reagiert. Und die Gegner? Sie müssen ab sofort gegen eine Mannschaft ran, die nicht nur auf dem Feld sprintet, sondern auch auf den sozialen Kanälen. Die Raubkatze ist los – und sie trägt künftig die Farben des VfL Gummersbach.
