Psg zittert sich weiter: die kabine schweigt, chelsea wartet
Paris ist Tabellenführer, steht im Achtelfinale der Champions League – und trotzdem riecht es im Park der Prinzen nach verbranntem Pulver. Ausgerechnet Jerome Rothen, der von 2004 bis 2009 noch selbst für die Hauptstädter dribbelte, lüftet in seiner RMC-Sendung das Tabu: „Die Luft in der Kabine ist dick. Die Jungs sind leer, als hätten sie zweimal in der Woche Derby gespielt.“
Die halbzeit, in der nur marquinhos sprach
Beim 2:2 gegen Monaco, insgesamt 5:4 nach zwei Spielen, stand PSG zur Pause 0:1 zurück. Rothen: „Marquinhos war der Einzige, der sich meldete. Die anderen starrten auf ihre Stutzen, als wäre die Saison schon vorbei. Man hätte eine Stecknadel fallen hören – so laut war das Schweigen.“ Der Kapitän schoss danach das 1:1, rettete die K.o.-Runde, doch der Eindruck bleibt: Diese Truppe läuft auf Sparflamme.
Der Pokal-Ausfall gegen den Stadtrivalen Paris FC war Warnschuss genug. 75 Minuten in doppelter Überzahl gegen Monaco, trotzdem ging die Qualifikation bis zur letzten Minute. Die Liga? Dreizehn Punkte Vorsprung, aber die Gegner lachen nicht mehr aus Respekt, sondern aus Mitleid.

Chelsea und die offene rechnung der klub-wm
Nun wartet im Achtelfinale Chelsea, der Gegner, der den Franzosen im vergangenen Sommer das Finale der Klub-WM mit 3:0 abnahm. Die Blues reisen mit Frische, die Pariser mit Muskelkater in der Seele. Rothen: „Wenn sich intern nichts dreht, dreht Chelsea das Rad ab.“
Die Zahlen sind harmlos, die Körpersprache laut. PSG gewann nur zweimal in den letzten sieben Pflichtspielen klar. Die restlichen fünf Partien gingen über die Kraftreserve, eine Taktik, die in der K.o.-Phase sofort bestraft wird.
Luis Enrique betont nach jedem Spiel, man hätte „Charakter gezeigt“. Doch Charakter allein versiegt, wenn die Beine nicht folgen. Die Physio-Abteilung meldet laut L’Équipe 27 Muskelverletzungen seit Jahresbeginn – ein Wert, der selbst bei Klubs mit englischem Wochenprogramm alarmiert.
Die 14. meisterschaft ist kein trost
Die 14. Liga-Krone scheint sicher, doch in Paris zählen nur Europacup-Titel. Seit dem Triumph 2020 wartet die Qatari-Investition auf das zweite große Öl. Die Uhr tickt, die Konkurrenz schläft nicht. Und wenn die eigene Kabine nur noch aus Flüstern besteht, wird selbst ein 400-Millionen-Kader leise.
Rothen ist sich sicher: „Wenn Marquinhos wieder alleine reden muss, ist das Finale früher da als gedacht – nur ohne PSG.“ Chelsea wird sich das genau anhören.
