Prömel steuert auf stuttgart zu – ilzer schwärmt trotzdem

Grischa Prömel wird die TSG Hoffenheim verlassen, das ist so sicher wie das nächste Tor von Maximilian Beier. Der Mittelfeldstratege schielt ablösefrei Richtung Heimat, zum VfB Stuttgart. Dort würde er in die Startelf rutschen, bei der TSG rutscht er gerade raus – zumindest für 90 Minuten in Heidenheim.

Trainer Christian Ilzer nahm ihn gegen die Ostwürttemberger nach sechs Liga-Einsätzen in Serie runter. Kein Affront, sondern Erholung, sagt der Coach. Denn Prömel spielt sich gerade selbst in einen Zustand, der keine Wünsche offenlässt. „Er ist Teil des Mannschaftsrats, hat eine extrem hohe Stimme in der Kabine. Er prägt, er trägt“, schwärmte Ilzer am Freitag.

Vertrag weg, anspruch da

Vertrag weg, anspruch da

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Prömel liegt mit 1.266 Zweikampfminuten auf Rang zwei aller TSG-Feldspieler, nur Anton Stach kam öfter auf den Rasen. Dazu 30 Ballgewinne im gegnerischen Drittel – Bestwert im Kader. Ein Leistungsmonument, obwohl der Arbeitsvertrag am 30. Juni endet.

Ilzer gibt sich deshalb unbeeindruckt vom Tam-Tam um den Wechsel. „Er wird bis zum letzten Tag mit höchster Qualität durchziehen. Diesen Eindruck vermittelt er.“ Eine Ansage, die Prömel mit Trainingseinheiten untermauert, in denen er laut Coaching-Staff keine Millisekunde dem nächsten Sommer hinterherläuft.

Die Konkurrenz schaut trotzdem schon weg: Stuttgart buhlt, weitere Bundesligisten sondieren, ein Klub aus der Premier League soll ein Datenpaket angefordert haben. Prömel selbst schweigt öffentlich, was in der Arena am Kraichgau als Statement gewertet wird – wer nicht dementiert, baut keine Brücken ab.

Für Hoffenheim bleibt die Rechnung dennoch bitter. Sechs Leistungsträger laufen ohne Verlängerung auf, darunter Ihlas Bebou und Andrej Kramaric. Doch nur beim Spielmacher aus Ulm zieht sich die Verunsicherung quer durch alle Ebenen. Dabei liefert der 29-Jährige gerade die besten Zahlen seiner Karriere: 81 Prozent Passquote, elf Balleroberungen im Mittelfeld, nur zwei gelbe Karten – Zahlen eines Profis, der sich selbst auf dem Transfermarkt nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Ilzer wird ihn wohl am Samstag gegen Wolfsburg wieder von Anfang an aufbieten. Dann kann Prömel zeigen, dass seine Motivation nicht vom Datum auf dem Vertrag abhängt, sondern von der Uhr, die auf 90 Minuten Fußball zeigt. Ein Auftritt, der gleichzeitig seine Visitenkarte für Stuttgart ist – und die Abschiedsrede in Sinsheim erst richtig einleitet.