Prag brennt: tschechien und dänemark liefern sich wm-duell auf messers schneide
Am Dienstagabend um 20:45 Uhr flitzt im epet Arena von Prag kein Ball – es fliegt eine ganze Nationenerwartung. Tschechien und Dänemark duellieren sich im Rückspiel-Rückspiel um den letzten offenen WM-Ticket der europäischen Gruppe D. Ein Spiel, das innerhalb von 90 Minuten Träume erfüllt oder für vier Jahre vernichtet.
Die rechnung: 20 jahre wm-flut gegen 20 jahre wm-dürre
Dänemark kennt diesen Hochdruck. Seit 2002 verpasste die „Rød-Hvide“ nur ein einziges WM-Turnier – 2014 in Brasilien. Brian Riemers Squad zählt zum festen Inventar des globalen Sommers, doch diesmal musste die Qualifikation über den Umweg. In Glasgow schlug Schottland mit 4:2 zu, versetzte die Skandinavier auf Platz zwei und zwang sie in die Relegation. Die Antwort folgte postwendend: 5:0 gegen Nordmazedonien, ein Ergebnis, das die Twitter-Timeline in Kopenhagen binnen neun Minuten zum Bersten brachte.
Tschechien hingegen lebt von der Sehnsucht. Die Teilnahme an Deutschland 2006 bleibt bis heute die einzige WM-Reise der post-tschechoslowakischen Ära. Seitdem schrammten die „Löwen“ zweimal knapp am Ticket vorbei – 2018 gegen Costa Rica, 2022 gegen Schweden. Jetzt steht die eigene Hauptstadt Pate, und die Stimmung im Stadion am Letná kocht schon Stunden vor Anpfiff.

Der knackpunkt: elfmeterschießen als dna-test
Die Taktik ist klar: Tschechien wird versuchen, die dänische Ballstaffel früh zu stören, um das Mittelfeld zu zerreißen. Dänemark wird auf Standards setzen – bei 37 % der Treffer in der Quali war der Kopf involviert. Doch die Wahrheit liegt tiefer: Wer die Nerven behält, wenn in der 118. Minute die Lunge brennt, der fährt im Sommer nach Nordamerika. Die Statistik spricht leise, aber deutlich: In fünf der letzten sieben europäischen Play-off-Finals fiel die Entscheidung im Elfmeterschießen. Wer also die ersten fünf Minuten nach der Pause dominiert, gewinnt selten das Spiel – aber wer die ersten fünf Minuten nach dem Schlusspfiff dominiert, gewinnt die WM.
TV-Übertragung: UEFA.tv (kostenpflichtig), alle Tore und Live-Updates laufen parallel auf MARCA.com. Anstoß 20:45 Uhr MESZ, Schiedsrichter: François Letexier (Frankreich) – ein Mann, der in dieser Saison bereits 26 Strafen zeigte, davon fünf im letzten Monat. Ein Fingerzeig, warum dieses Duell nicht für zart besaitete Gemüter ist.
Am Ende zählt nur ein Datum: Sommer 2026. Entweder fliegt die rote Farbe nach Kanada, Mexiko und die USA – oder die weiße. Prag wird Zeuge sein, wer Geschichte schreibt und wer sie nur erzählt.
