Potsdam wird zum italienischen handball-dorf: savini folgt seinem nationaltrainer hanning

Es ist ein Transfer, der Handball-Deutschland wieder einmal aufhorchen lässt: Giacomo Savini verlässt die Lombardei und unterschreibt beim Zweitligisten 1. VfL Potsdam. Der 27-jährige Rückraumspieler wechselt vom italienischen Erstligisten Cassano Magnago HC und bekommt dort sofort Gesellschaft von zwei Nationalmannschaftskollegen. Sein neuer Boss? Bob Hanning – Sportlicher Leiter in Potsdam und gleichzeitig italienischer Nationaltrainer.

Hanning baut sein italienisches projekt aus

Seit Hanning 2022 die sportliche Führung in Potsdam übernahm, schob er den Klub gezielt in Richtung internationaler Offensive. Savini ist bereits der vierte Italiener, den er an die Havel lotst. Ein Zufall ist das nicht. „Er kennt mich, meine Stärken, meine Schwächen – und trotzdem will er mich. Das macht den Unterschied“, sagt Savini, der in Spanien und Frankreich bereits Erfahrung sammelte. Für ihn ist der Schritt nach Brandenburg kein Abstecher, sondern eine Bestätigung. „Deutschland ist der beste Handball der Welt. Hier will ich zeigen, dass ich mitspielen kann.“

Er ersetzt Marco Mengon, der im Winter zu TVB Stuttgart wechselte und sich dort schwer verletzte. Savini dagegen ist fit, hungrig und sofort einsatzbereit. Hanning schwärmt: „Er ist ein Allrounder mit hoher sozialer Kompetenz und einem Herz aus Kampfgeist.“

Die serie a verliert, die 2. bundesliga gewinnt

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Für die Liga ist es ein kleiner Coup. Denn Savini war in Italien kein beliebiger Profi, sondern Leistungsträger. 23 Tore in der vergangenen Saison, über 300 Minuten Einsatzzeit in der Nationalmannschaft, ein Name, der in der Serie A Respekt erzeugt. Nun trägt er das Trikot eines Tabellenvierten der Zweiten Liga – und genau das ist der Plan. Potsdam will nicht nur aufsteigen, sondern auch neu erzählen, wie moderner Handball funktioniert: mit internationaler DNA, mit Mut, mit italienischem Flair.

Savini selbst will keine Sekunde verschwenden. „Ich kenne Andrea De Luigi und Matteo Serratore aus der Nationalmannschaft. Die haben mir gesagt: Wenn du Handball wirklich leben willst, geh nach Potsdam.“ Ein Satz, der mehr bewegt als jedes Angebot.

Der 1. VfL hat sich in den vergangenen Jahren vom Provinzkandidaten zur festen Größe entwickelt. Mit Savini kommt nun ein Spieler, der nicht nur Tore erzielt, sondern auch Geschichten erzählt. Und vielleicht ist das der wahre Gewinn: ein neues Kapitel, geschrieben auf Deutsch – mit italienischem Akzent.