Basel zieht united-scout an die aare: filipovic soll scouting neu erfinden

Marko Filipovic packt seine Koffer in Manchester – und könnte beim FC Basel die Macht übernehmen. Der 45-jährige Scout steht vor dem Sprung an den Rhein, wo ihn Klubchef David Degen zur neuen Drehscheibe im internationalen Talentgeschäft machen will.

Die Verhandlungen laufen. Filipovic und sein Kollege Andreas Herrmann haben zugestimmt, United muss noch die Freigabe erteilen. Dann übernimmt Filipovic die Position des Technischen Direktors, ein Posten, der seit dem Ausscheiden von Patrick Dippel im März vakant ist.

United-doppel soll basler netzwerk sprengen

United-doppel soll basler netzwerk sprengen

Die Idee dahinter: Basel will nicht mehr nur in der Region fischen. Degen plant ein globales Scouting-Netz, das Talente früh entdeckt, sie in Basel reift und mit Gewinn weiterspinnt. Filipovic kennt die Märkte in Osteuropa, Herrmann hat in Deutschland gegraben. Gemeinsam sollen sie den FC Basel zur Adresse für Spieler machen, die sonst nach Leipzig, Salzburg oder Brügge abwandern.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den letzten drei Jahren flossen durch Transfererlöse rund 38 Millionen Euro in die Basler Kasse. Mit einem professionalisierten Scouting-Team könnte diese Summe steigen – und gleichzeitig die Sportliche Qualität. Denn wer früh investiert, spart später.

Intern heißt es, Degen habe sich bei der Suche persönlich eingeschaltet. Er telefonierte mit United-Sportdirektor John Murtough, skizzierte ein Konzept, das Filipovic reizte: mehr Verantwortung, ein eigenes Budget, direkter Draht zu Trainer Timo Schultz. Bei United war Filipovic Teil einer Abteilung, bei Basel soll er sie führen.

Die Fans reagieren zwiegespalten. Manche fürchten, dass Basel zu einer Talent-Fabrik verkommt, in der Stars nur noch durchgereicht werden. Andere sehen die Chance, wieder europäisch mitzuspielen – nicht durch teure Namen, sondern durch kluge Scouts.

Die Entscheidung fällt in den nächsten Tagen. United wird die Freigabe erteilen, das steht fest. Dann beginnt für Filipovic die Basler Ära – und für Degen der Test, ob seine Neustrukturierung aufgeht. Wer kauft, wer verkauft, wer gewinnt: Die Antwort liegt jetzt in den Händen eines Mannes, der bisher im Verborgenen arbeitete.