Porto zieht den vfb die maske runter – stuttgart ist geladen für rückspiel

Porto hat nicht nur das 2:1, sondern auch die Nerven des VfB Stuttgart gewonnen. Die Schwaben verließen mit roten Köpfen das Feld – und das lag nicht nur am Ergebnis. Maximilian Mittelstädt schlug nach Abpfiff die Hände über dem Kopf zusammen: „Die haben uns schön provoziert, und wir sind voll drauf reingefallen.“

Provokation statt fußball: porto spielte mit dem kopf der schwaben

Die Zahlen sind ein Spiegel der Wut: 37 Mal ging der portugiesische Linksverteidiger zu Boden, meist nach Zweikämpfen, die der Schiedsrichter kaum ahndete. Deniz Undav, Torschütze und einziger Lichtblick, sprach von „Zeitspiel in Reinkultur“. Angelo Stiller ergänzte: „Wir haben dem Referee 100 Mal gesagt, was abgeht. Er hat’s ignoriert.“

Die Folge: Ein emotionales Knaller-Spiel, in dem Stuttgart plötzlich mehr kämpfte als kombinierte. Nach 20 Minuten lag die Elf von Sebastian Hoeneß bereits 0:2 zurück, weil zwei Aufbaufehler sofort bestraft wurden. Terem Moffi und Rodrigo Mora ließen sich die Einladungen nicht zweimal sagen.

Wut als treibstoff: im dragão wird es laut

Wut als treibstoff: im dragão wird es laut

Fabian Wohlgemuth, Sportvorstand, ordnete die Niederlage nüchtern ein: „Ärgerlich, nicht unglücklich.“ Er spricht von einem „Lernprozess auf internationalem Parkett“. Denn wer in der Europa League mitspielen will, muss lernen, dass Provokation zum Spielplan gehört wie Eckstöße und Gelbe Karten.

Die gute Nachricht: Nach dem Seitenwechsel dominierte Stuttgart 25 Minuten lang, Undav verkürzte mit einem Volley aus 14 Metern. Stiller dachte sogar an das 2:2, doch der VAR nahm den Treffer zurück – „Gewohnheitssache“, sagte Wohlgemuth mit bitterem Lächeln.

Die Ausgangslage ist klar: Ein Tor in Porto genügt, um die K.o.-Runde zu erreichen. Mittelstädt packt schon mal die Emotionen ein: „Diese Wut nehmen wir mit. Aber wir müssen von Sekunde eins hellwach sein, sonst ziehen sie uns wieder die Maske runter.“

Am Donnerstag im Dragão wird nicht nur der Ball rollen, sondern auch der Köpfchen-Check. Porto hat gezeigt, wie leicht sich Stuttgart aus dem Konzept bringen lässt. Jetzt heißt es: antworten – mit Toren statt mit Temperament. Die Schwaben sind gewarnt. Und geladen.