Polen-test: zych pariert alles, dodò und ndour liefern ab

Sosnowiec – Während die italienische U-21 in Polen alt aussah, schrieben zwei Florenzer und ein Schlussmann ihre eigenen Noten. Dodò und Ndour rissen den Rasen auf, Keeper Zych hielt die Gäste mit Reflexen vom Elfmeterpunkt fern. Das 1:1 am Ende ist ein Kochrezept: Violettes Temperament plus polnische Reaktionskraft.

Was der portugiesische kollege nur andeutete

Fabiana Della Valle berichtet vom Stadion in Sosnowiec, wo die Luft bei 5 Grad klirrt und die Bälle noch schneller fliegen. Dodò, seit Wochen auf Abruf rechts, schaltet nach vorne wie ein Tempo-Drehzahlmesser – seine Flanke landet genau auf dem Kopf von Ndour, der aus 13 Metern vollstreckt. Kein Zufall: Das Duo trainiert seit Januar zusätzliche Sprintreihen, ausgerechnet gegen polnische Reservekräfte.

Die Antwort folgt postwendend. Zych, 1,93 m, 21 Jahre, erst zwei Liga-Einsätze für Zagłębie Lubin, wird zum Schandfleck für das italienische Mittelfeld. Elfmeter 63. Minute: Schlenzer links unten, er ist schon da. Doppelchance 71./72.: Erst Fußspitze, dann Handgelenk. Sein Statistikwert: acht Paraden, drei davon „impossible“ – so nennen das Analysten, wenn der xG-Wert über 0,70 liegt.

Warum das remis trotzdem schmerzt

Warum das remis trotzdem schmerzt

Trainer Paquale Marino hatte auf Rotation gesetzt, aber genau die frischen Beine lieferten die Fehler vor dem Polen-Treffer. Ein verlorener Zweikampf im Mittelkreis, ein zu spät reagierender Innenverteidiger – schon steht Zych wieder im Mittelpunkt, diesmal als Ausgangspunkt des Konters. Die italienische Presse wird morgen über fehlende Absicherung schreiben, doch das Video zeigt: Es war eine individuelle Sekunde der Unaufmerksamkeit, keine Systemfrage.

Die Folge: Tabellenplatz vier, zwei Punkte hinter Spitzenreiter Spanien. Die nächste Länderspielpause kommt schneller als gedacht, und Marino muss entscheiden, ob er Dodò und Ndour nach 180 englischen Minuten in der Woche schont oder weiterreitet. Die Antwort lautet: Er wird sie behalten. Weil sie die einzigen sind, die Zychs Nacht beschäftigt haben.

Zych selbst packt nach Abpfiff seine Handschuhe ein und lächelt gequält: „Ich wollte gewinnen, nicht bloß parieren.“ Die Szene steht sinnbildlich für den Abend: Polens Keeper war bester Mann, aber die besten Szenen stammen aus Florenz. Und wenn am Dienstag der Videoanalyst die Schnittreihen fertigstellt, wird genau dieses Paradox die Kabine beschäftigen – bis zur Revanche im Juni in Udine.