Grifo schreibt geschichte: freiburg feiert 5:1-orgie und europa-league-sensation

25 Minuten. Mehr brauchte der SC Freiburg nicht, um einen 0:1-Hinspielrückstand in einen 3:1-Vorsprung zu verwandeln und die Europa-League-Geschichte neu zu schreiben. Das 5:1 gegen KRC Genk war kein Sieg – es war eine Demontage, ein Statement, ein Schulbuchbeispiel für Energie-Management.

Vincenzo grifo: rekord, führung, fanblock

Der 32-jährige Capitano ad interim trat nach dem Schlusspfiff nicht vor die Mikrofone, sondern in den Block. Dort, zwischen lauter SCF-Fahnen, erlebte er die wohl intimste Ehre seiner Karriere: 12.000 Menschen skandierten seinen Namen, nachdem er Nils Petersen mit seinem 106. Treffer für den Club als alleinigen Rekordtorschützen abgelöst hatte. „Das Tor selbst war nicht mein wichtigster Treffer für Freiburg“, sagte Grifo später mit dem Lächeln eines Mannes, der weiß, dass Legenden nicht nur aus Zahlen bestehen. „Aber es kommt als i-Tüpfelchen obendrauf – und macht diesen Abend unvergesslich.“

Die Choreografie der Fans – ein riesiger SCF-Schriftzug – war kein Zufall. Laut Grifo arbeiteten Ultras bis tief in die Nacht, um das Europa-League-Achtelfinale in ein visuelles Manifest zu verwandeln. Der Effekt: schon beim Aufwärmen spürte man eine Vibration, die sich in den ersten 25 Minuten entlud. Drei Treffer, ein Genk-Team, das plötzlich wirkte, als stünde es im Schwarzwald auf vereisten Stollen.

Halbzeit-reset und der blick auf st. pauli

Halbzeit-reset und der blick auf st. pauli

Die 1:2-Anschlusstores der Belgier kurz vor der Pause? Vielleicht ein Warnschuss, aber kein K.-o.-Schlag. In der Kabine habe man sich auf 0:0 zurückgesetzt mental, erzählte Grifo. „Wir haben gesagt: Okay, wir stehen hier, wir haben nichts zu verlieren, alles zu gewinnen.“ Das Ergebnis war ein zweiter Durchlauf, der Genk die Luft abschnürte und mit zwei weiteren Treffern den Deckel draufsetzte.

Am Sonntag geht’s nach Hamburg zum Kellerkind St. Pauli. Für Freiburg droht ein klassisches Sandwich-Spiel zwischen historischem Erfolg und Liga-Realität. Grifo weiß: „Euphorie ist ein Turbo, aber auch ein Flatterrisiko.“ Wenn der SC aber die gleiche Pressing-Intensität zeigt wie gegen Genk, dürfte auch der Millerntor-Boden nicht ins Wanken bringen, was in der Dreisam entstanden ist.

Nächster stopp spanien – warum das los glücks-aspekte hat

Nächster stopp spanien – warum das los glücks-aspekte hat

Celta Vigo wartet im Viertelfinale. Der spanische Klub schaltete Lyon aus, ist Heimstark, aber auswärts anfällig. Freiburg muss zunächst in Spanien ran – ein vermeintlicher Nachteil. Doch wer die Schwarzwald-Stimmung gesehen hat, ahnt: Vielleicht ist es gerade gut, dass das Rückspiel im eigenen Stadion stattfindet, wo die letzte europäische Niederlage schon Monate zurückliegt.

Die Länderspielpause kommt wie bestellt. Muskelkater abtrainieren, Emotionen sortieren, taktische Details auf Vigo vorbereiten. Und dann? Dann wird wieder geschrieben – vielleicht nicht nur in den Geschichtsbüchern des SC Freiburg, sondern auch in denen der Europa League. Denn wer einen Gegner mit 5:1 vernascht, der traut sich auch, in Galicien die nächste Grenze zu sprengen.