Pogacar triumphiert in romandie: lipowitz' taktische überlegung räumt nicht auf
Tadej Pogacar hat sich auf der ersten Etappe der Tour de Romandie die Gesamtführung gesichert und damit eine taktische Diskussion innerhalb des Red Bull-Bora-hansgrohe Teams ausgelöst. Florian Lipowitz, Zweiter des Tages, erklärte nach dem Rennen, warum er nicht aktiver zur Unterstützung antrat – eine Erklärung, die Pogacar sichtlich irritierte.

Ein taktischer schachzug oder ein verpasster moment?
Lipowitz belegte auf der ersten Etappe einen starken zweiten Platz und präsentierte damit eindrucksvoll seine Form. Doch die Freude wurde getrübt, als Pogacar ihn für die mangelnde Mitarbeit in der Spitzengruppe kritisierte. Der junge Sprinter von Red Bull-Bora-hansgrohe argumentierte, dass die Teamstrategie eine andere gewesen sei: „Unsere Taktik war, dass ich auf Luke (Tuckwell) und Primoz (Roglic) hinten setze, weil wir mehr Leute vorne gebraucht hätten, um gewinnen zu können.“ Er räumte ein, zu Beginn des Anstiegs nach Ovronnaz Schwierigkeiten gehabt zu haben, das hohe Tempo mitzuhalten. „Ich habe versucht, mein Tempo zu fahren. Unten rein war es mir ein bisschen zu schnell und dann habe ich versucht, meinen Tritt zu finden. Zum Glück konnte ich den Anschluss wiederherstellen.“
Sportlicher Leiter Enriko Poitschke bestätigte die Taktik: „Wir wollten am langen Berg natürlich mit den Besten mithalten, aber auch nicht alleine sein. Das hat Florian sehr gut gemacht. Wir hatten zwei Fahrer nicht weit weg und haben entschieden, dass Florian vorne Kraft spart, nicht mitführt. So wollten wir die Etappe gewinnen.“ Die Rechnung ging jedoch nicht auf, als Pogacar im Sprint die Oberhand behielt und sich das Gelbe Trikot sicherte.
Pogacars subtile Kritik kam nicht von ungefähr. Er äußerte sich zwar zurückhaltend, doch die Botschaft war klar: „Wenn einer nicht mitarbeitet…“ Lipowitz konterte daraufhin mit der Feststellung: „Pogacar war nicht am Limit.“ Ein klares Bekenntnis zur eigenen Einschätzung, obwohl er den Dominator des Rennens offensichtlich respektiert.
Die Tour de Romandie hat damit nicht nur einen neuen Führenden, sondern auch eine interessante Diskussion über Teamstrategien und die Balance zwischen individuellem Ehrgeiz und kollektivem Erfolg ausgelöst. Ob Red Bull-Bora-hansgrohe seine Taktik für die kommenden Etappen anpassen wird, bleibt abzuwarten.
Die Leistung von Lipowitz wird dennoch gewürdigt. „Am Ende wird Florian Zweiter, eine tolle Platzierung für uns und ein guter Tag“, bilanzierte Poitschke. Die Tatsache, dass Pogacar an diesem Tag nicht seine absolute Topform zeigte, tröstet Lipowitz zwar, ändert aber nichts an der Erkenntnis, dass gegen den Slowenen an diesem Tag kaum jemand ein Wimpernschlag schneller war.
