Pogacar jagt sein letztes missing link – 298 km bis zur ewigkeit

298 Kilometer Asphalt, drei Küstenberge und eine Frage, die seit zwölf Monaten im Raum steht: Kann Tadej Pogacar endlich Mailand-San Remo gewinnen? Am Samstag startet das längste Monument der Saison – und mit neun Kilometern Extralänge ist es auch das härteste.

Die stunde der wahrheit beginnt am poggio

Um kurz nach 10 Uhr rollt das Feld los, doch die Entscheidung fällt sicher nicht vor der letzten 5,4 Kilometer. Dann nämlich, wenn die Straße nach San Remo in eine Betonwand aus 4 % Steigung mündet. Wer hier zögert, ist verloren. Genau das passierte Pogacar 2025, als Mathieu van der Poel mit 71 km/h in die letzte Rechtskurve flog und den Slowenen im Sprint wegschoss.

Diesmal will van der Poel den Hattrick. 2023, 2025 – und jetzt 2026? Sein Plan ist simpel: den Poggio so hart wie möglich machen, um Pogacars Schlusssprint zu verhindern. Denn der Weltmeister weiß: Im Mano-a-Mano ist er der Schnellere, aber nur, wenn die Gruppe klein bleibt.

Hinter den giganten lauern die outisder

Hinter den giganten lauern die outisder

Filippo Ganna trägt die Hoffnung des ganzen Stiefelstaates. Der Zeitfahr-Weltmeister wurde 2025 nur Zweiter, diesmal will er zu Hause den Sprung auf die oberste Stufe schaffen. Tom Pidcock wiederum hat die explosive Power, um auf den Capis wegzufahren – und Wout van Aert? Der Belgier ist zurück, aber noch nicht zurück im Sattel. Nach seinem Cross-Unfall fehlt die letzte Prozent-Form. Er wird fahren, um Runden zu sammeln, nicht um zu gewinnen.

Die Zuschauer bekommen das Drama komplett live: Eurosport zeigt alle 298 Kilometer kostenlos, Discovery+ streamt parallel. DAZN-Nutzer schalten einfach um. Start ist 10:05 Uhr, Ziel zwischen 16:30 und 17 Uhr – je nach Wind aus Südwest.

Am Ende zählt nur, wer als Erster das Mittelmeer wieder sieht. Für Pogacar wäre es der letzte fehlende Sieg auf seiner Monument-Checkliste. Für van der Poel der Beweis, dass er die Klassikersaison 2026 schon vor Ostern dominiert. Und für uns: 298 Kilometer pure Radsport-Lust, serviert auf italienischem Asphalt.