Pogacar jagt merckx' irre monument-bestmarke – nur noch roubaix fehlt
Tadej Pogacar hat Mailand-Sanremo mit zerrissenem Rahmen gewonnen und fehlt nur noch ein Triumph, um alle fünf Monumente zu komplettieren. Der slowenische Weltmeister tritt damit in die Fußstapfen von Rik Van Looy, Eddy Merckx und Roger De Vlaeminck. Doch das reicht ihm nicht.
Contador warnt: „er will die 19 siege des großen eddy“
Alberto Contador, Eurosport-Experte und zweifacher Tour-de-France-Sieger, zieht die Bilanz: „Jedes Monument, das er startet, ist auch ein Versuch, Merckx’ irre Marke von 19 Siegen einzufangen.“ Pogacar steht bei elf. Die Lücke klingt groß, ist aber kleiner, als sie scheint. Der 27-Jährige gewinnt seit drei Jahren im Schnitt zwei Monuments pro Saison. Bei diesem Tempo wäre er in vier Jahren auf Augenhöhe mit dem Kanadier – und noch im Sattel.
Die Zahlen sprechen für sich: Flandern zweimal, Lüttich dreimal, Lombardei fünfmal, Sanremo einmal. Paris-Roubaix steht aus. Dort wurde er 2024 Zweiter hinter Mathieu van der Poel, nachdem er in einer Kopfsteinpflotten-Kurve wegrutschte. „Er fuhr wie ein Rookie, hatte aber die Lunge eines Löwen“, sagte Van der Poel damals respektvoll. In diesem Jahr will Pogacar die Lücke schließen – und zwar als klarer Favorit.

Roubaix wird zur glücksfrage
Contador schränkt ein: „Roubaix ist keine Leistungsgarantie. Du brauchst Position, Material und eine Prise Glück.“ Das bewies Sanremo: Pogacar stürzte als Erster, wechselte das Bike und profitierte davon, dass Visma-Lease a Bike das Tempo früh öffnete. „Ein Sekundenfilm“, sagte er im Ziel, „der Rahmen war hin, aber die Beine noch da.“
Die Königsdisziplin auf Pflaster findet am 12. April statt. Dann entscheidet sich, ob Pogacar den letzten fehlenden Stein im Karriere-Mosaik setzt – oder ob Van der Poel erneut die Mauer zwischen ihm und der Geschichte baut. Sollte er gewinnen, wäre er der jüngste Fahrer mit allen fünf Monumenten. Und er würde Merckx’ Schatten noch ein Stück näher kommen. Die Jagd läuft, die Uhr tickt. Die Hölle des Nordens wartet.
