Leverkusen verlängert hjulmands leid bis sommer
Simon Rolfes zieht den Notbremsen-Hebel, doch der Zug ist bereits entgleist. Trotz nur einem Sieg aus neun Spielen behält Kasper Hjulmand seinen Stuhl bis Saisonende – ein Schicksal, das beim Tabellensechsten kaum jemanden noch erfreut.
Der Sportchef versiegelte das Urteil nach dem 3:3 in Heidenheim mit der nüchternen Feststellung, ein Trainerwechsel sei „kein Szenario“. Die Worte klangen wie ein Todesstoß für jede Rest-Hoffnung auf frischen Wind. Denn zwischen Anspruch und Realität klafft eine Schlucht: Champions-League-Platz vier liegt vier Punkte entfernt, die Luft wird dünner mit jedem verpatzten Auftritt.
Rolfes’ rechnung geht nicht mehr auf
„Wir haben gegen Bayern eine richtig gute Leistung gebracht und nicht gewonnen“, so Rolfes. Die Bemerkung klingt wie ein Selbstbetrug. Gute Halbzeiten reichen nicht, um die erträumte Königsklasse zu erreichen. Die Punkte liegen auf dem Feld, nicht im moralischen Zeugnis.
Der dänische Coach feierte bei seiner Amtsübernahme nach dem zweiten Spieltag noch Beifall, doch die Sympathiewerte verflüchtigten sich mit jedem vergebenen Sieg. Die Mannschaft wirkt kurzfristig geladen, langfristig ideenlos – ein Phänomen, das sich seit Wochen wiederholt. Fans fragen sich, warum ein Neuanfang auf die Sommerpause vertagt wird, wenn die Entwicklung bereits steckenbleibt.

Der countdown läuft: noch sieben spiele bis zur abrechnung
Im Kalender sind Schlüsselduelle gegen Stuttgart und Leipzig markiert. Gewinnt Leverkusen diese direkten Vergleiche, winkt noch das Ticket für die ChampionsLeague. Doch die Gegner haben dieselbe Rechnung aufgestellt und werden alles daran setzen, die Werkself endgültig zu distanzieren.
Intern sickert durch, dass die Jobgarantie nur eine Leihgabe ist. Nach Saisonende steht die Trennung ins Haus – ein offenes Geheimnis, das die Kabine zusätzlich belastet. Spieler, deren Zukunft ohnehin auf dem Prüfstand steht, agieren mit der Angst, Fehler könnten teuer werden. Die Spirale dreht sich weiter nach unten.
Endpunkt: Für Hjulmand bleiben 630 Minuten, um sein Schicksal zu wenden. Die Uhr tickt laut – und sie lässt sich nicht mehr zurückdrehen.
