Pogacar: geschichte schreiben in roubaix – gelassen vor dem monument?
Lille – Tadej Pogacar, der radsportliche Dominator der letzten Jahre, scheint sich keineswegs von dem Druck verunsichern zu lassen, der auf seinen Schultern lastet. Nach seinem dritten Sieg bei der Flandern-Rundfahrt und dem zweiten Monument des Jahres in Mailand-Sanremo blickt der Slowene nun mit ruhiger Fassade auf Paris-Roubaix, das letzte fehlende Puzzlestück in seiner Sammlung der fünf prestigeträchtigsten Eintagesrennen.
Der reifendruck als spiegelbild der motivation
„Die Motivation ist hoch, der Druck niedrig – so niedrig wie der Reifendruck sein wird“, kommentierte Pogacar nach seinem jüngsten Triumph. Diese Aussage, gepaart mit seiner gelassenen Art, deutet auf eine konzentrierte Vorbereitung und eine tiefe Entschlossenheit hin, das Rennen durch die Hölle des Nordens für sich zu entscheiden. Er weiß, was auf ihn zukommt: Die Pflastersteine von Roubaix sind eine ganz eigene Prüfung, die selbst den stärksten Fahrer an seine Grenzen bringen kann.
Vier Monumente hat Pogacar in Serie gewonnen, zwölf insgesamt. Nur die Legende Eddy Merckx (19) liegt in der ewigen Bestenliste noch vor ihm. Sollte es Pogacar gelingen, auch in Roubaix zu triumphieren, würde er sich in illustre Gesellschaft von Merckx, Roger de Vlaeminck und Rik Van Looy einreihen – eine Leistung, die ihn endgültig in den Olymp des Radsports katapultieren würde.

Evenepoel und van der poel – die hürden auf dem weg zum triumph
In Oudenaarde bewies Pogacar am Samstag seine unbändige Kraft, als er zunächst Remco Evenepoel und dann Mathieu van der Poel in einem beeindruckenden Sololauf distanzierte. Die Aufgabe in Roubaix wird jedoch eine andere sein. Van der Poel, der das Rennen im Vorjahr zum dritten Mal in Folge gewann, gilt weiterhin als einer der größten Konkurrenten. Pogacar musste sich im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz begnügen, eine Erfahrung, die ihm sicherlich Ansporn geben dürfte.
„Ich werde es genießen, egal wie das Ergebnis ausfällt“, betonte Pogacar, ein Zeichen seiner sportlichen Reife und seines unerschütterlichen Optimismus. Nach Paris-Roubaix folgen noch Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt, weitere prestigeträchtige Rennen, die Pogacars Ambitionen im Frühjahr und Herbst befeuern werden. Die Frage ist nicht, ob Pogacar seinen Erfolg fortsetzen wird, sondern wie dominant er dies tun wird.
Die Augen der Welt sind auf Tadej Pogacar gerichtet, und die Geschichte schreibt sich selbst – während er mit einem Lächeln und dem nötigen Reifendruck auf die nächste Herausforderung zusteuert. Die Konkurrenz mag zittern, aber Pogacar scheint bereit zu sein, das Radsportgeschehen weiterhin nach seinen Vorstellungen zu gestalten.
