Pogacar gegen van der poel: mailand-sanremo wird zur 300-km-bombe
Kurz nach neun Uhr morgens startet in Pavia die Jagd. 298 Kilometer später, auf der Via Roma, entscheidet sich, wer 2026 das erste Rad-Monument sein Eigen nennen darf. Tadej Pogacar hat nur noch diese Lücke auf seiner Monument-Checkliste. Mathieu van der Poel will den dritten Triumph in Folge. Das klingt nach Kino – wird aber eiskalkierter Machtkampf.
Warum die cipressa heute nur nebenrolle spielt
Die Streckenposten haben die drei Capi bereits hinter sich, die Cipressa folgt bei Kilometer 291. Dort schießen normalerweise die ersten Raketen aus dem Peloton. Doch das Rennen wird längst nicht mehr dort entschieden. Seit Pogacar die Fläche des Poggio wie eine Rampe nutzt, wissen alle: Die letzten 6,4 Kilometer sind reine Anaerobik. Wer hier nicht 700 Watt in die Pedale tritt, sieht nur noch Rücklichter.
Van der Poel hat diese Sequenz zweimal perfekt gespielt. 2023 ließ er Pogacar 150 Meter vor dem Ziel zappeln, 2025 demolierte er die Sprintgruppe mit 68 km/h im Zielsprint. Die Frage lautet nicht: „Kann der Niederländer es wiederholen?“ Die Frage lautet: „Trauen seine Beine sich ein drittes Mal in diesen roten Blutrausch?“
Dahinter lauert ein vergessener Mann: Mads Pedersen. Der Däne hatte ursprünglich seine Startabsage gegeben, meldete sich gestern Abend doch. Trek-Segafredo bestätigte, dass er die letzten zehn Tage in Calpe spezielle Sprintintervalle bei 500 Höhenmetern fuhr. Pedersen kann auf der Via Roma mit 71 km/h sprinten – und er weiß, dass er nach dem Poggio noch nicht leer ist.

Tv-plan und zahlen, die selbst mechaniker blass werden
Eurosport 2 überträgt ab 09:45 Uhr, Kommentator Karsten Migels bekommt Verstärkung von Jens Voigt, der live erklärt, warum ein Poggio-Angriff bei 480 Watt keine Schnapsidee ist. Parallel flimmert das Damenrennen auf HBO Max – 156 Kilometer von Genua, mit Lorena Wiebes und Elisa Longo Borghini. Ein Monatsabo kostet 5,99 Euro, die Übertragung ist auch im Nachhinein abrufbar. Eurosport.de liefert einen Liveticker, der bei jedem Anstieg Vibrationsalarm schickt – praktisch für alle, die im Park trainieren und trotzdem nichts verpassen wollen.
Die Gewinnerquote von Van der Poel auf Monuments: 28 %. Die von Pogacar: 42 % – aber nur, wenn man Mailand-Sanremo ausklammert. Die Statistik nagt am Slowenen wie ein feuchter Reifen an der Felge. Um 17:15 Uhr wissen wir, ob sich das ändert – oder ob der Poggio erneut zur persönlichen Ego-Wand von Mathieu van der Poel wird.
