Mahutschich fliegt über 2,01 m, onnen bleibt in torun am boden

Die ukrainische Weltrekordlerin Jaroslawa Mahutschich hat der Höhen-Weltspitze einmal mehr die Grenzen aufgezeigt – und Imke Onnen die bittere Realität. 2,01 m sprang die 24-jährige Olympiasiegerin in Torun locker über, ehe sie bei 2,06 m drei Mal knallte. Gold. Punkt. Onnen blieb bei 1,89 m hängen, Rang acht, Saisonziel verpasst.

Deutsche springfrau findet keine antwort

Zum Saisonhöhepunkt fehlten der Kölnerin vier Zentimeter zur eigenen Bestmarke von 1,93 m. Genug für Platz fünf, aber nicht fürs deutsche Fernsehen. „Ich weiß, dass ich mehr drauf habe“, sagte Onnen nach dem Wettkampf mit schiefem Lächeln. Ihre Sprungreihen waren zu unruhig, die Latte wackelte früh, der Rückwärtslauf stockte. Bei 1,89 m rutschte ihr rechtes Bein ab – und mit ihm die Nerven.

Mahutschich hingegen schwebte. Beine hoch, Arme lang, als wäre die Luft in der Halle dicker geworden. Die 2,01 m nahm sie im ersten Versuch, dann probierte sie 2,06 m – drei Mal. Die dritte Attacke war so nah, dass die Latte erst zitterte, dann liegen blieb. Die Arena tobte, Mahutschich lachte. „Ich wollte den ukrainischen Fans hier ein Geschenk machen“, sagte sie. „Sie haben mir die Energie geliefert, die ich brauchte.“

Drei silber, eine nation jubelt trotzdem

Drei silber, eine nation jubelt trotzdem

Hinter der Ukrainerin ging es eng zu. Nicola Olyslagers, Angelina Topic und Julija Lewtschenko teilen sich Silber bei 1,99 m – weil alle dieselbe Fehlerquote hatten. Kein Stichkampf, kein Countback, einfach drei Podeste mehr. Die Statistiker rätseln, die Athletinnen feiern. Für Olyslagers war es die erste Medaille seit Tokio, für Topic die erste WM überhaupt.

Das deutsche Team reist mit 14 Athleten nach Hause, ohne Medaille, aber mit Daten. Malaika Mihambo hatte abgesagt, um im Sommer zu glänzen. Die Frage bleibt: Wer springt in Berlin 2027? Onnen wird 32, Mahutschich vielleicht bei 2,15 m. Die Latte liegt noch irgendwo in der Zukunft – und sie wird höher liegen als je zuvor.