Pogacar fliegt durch rot, zahlt 500 franken – und lacht

Tadej Pogacar gewinnt die Ronde von Flandern, kassiert prompt zwei Strafen und bleibt trotzdem strahlend. 500 Schweizer Franken wegen einer weggeworfenen Gel, 25 WorldTour-Punkte Abzug und ein Verstoß gegen das rote Licht an einem Bahnübergang – die Summe klingt nach Ärger, ist für den Slowenen aber Peanuts.

Die gelbe karte kam per post

Die UCI-Commissaires nutzen das übliche Protokoll: Wer außerhalb der markierten Zonen entsorgt, zahlt. Pogacar räumte den Verstoß sofort ein, die 542 Euro hatte er Sekunden später auf dem Konto wieder drauf – sein Jahresgehalt bei UAE Team Emirates liegt laut Insidern bei 6 Millionen Euro. Die 25 Punkte weniger? Nebensache. Mit 775 verbleibenden Zählern führt er die Weltrangliste weiterhin souverän.

Brisanter wird die Geschichte mit dem roten Licht. Am Bahnübergang in Oudenaarde winkten zwei Commissaires, das Feld teilte sich, Pogacar fuhr durch. „Ich dachte an Protestler“, sagt er, „die Reaktionszeit war null.“ Ein Fahrverbot droht, doch die belgische Staatsanwaltschaft wird kaum anklagen – bei Radklassikern ist das Chaos an Schranken Alltag. Die Rennleitung verzichtete auf Disqualifikation, obwohl das Reglement es erlaubt hätte.

Systemfrage statt einzelfall

Systemfrage statt einzelfall

Was wie ein kleines Versehen wirkt, entlarvt eine Logistik-Greuel: 260 Kilometer, 14 Bahnübergänge, ein eng getakteter Fahrplan. Vollbremsen würde Massenstürze provozieren, warten kostet Minuten. Die Lösung? Es gibt keine. Die Organisatoren verhandeln mit der belgischen Bahn, doch deren Fahrplan ist starr. Wer stillsteht, verliert – wer durchfährt, riskiert Strafe.

Pogacar nimmt es gelassen. „Ich bezahle gern, wenn ich gewinne“, sagt er lachend. Die Konkurrenz schüttelt nur den Kopf: „Wenn der Kerl auch noch Strafen schluckt und trotzdem siegt, wird es Zeit für einen neuen Plan“, kommentierte Tom Pidcock trocken. Die Cremes der nächsten Frühjahrsklassiker sind bereits bestellt – diesmal mit extra großem Etikett: „Erst werfen, dann sprinten.“