Planica-schock: prevc fliegt fast aufs dach, österreich raubt deutschland den podest

Planica – Ein Aufwind-Bö und Domen Prevc kratzt an der Katastrophe. 80 Meter nur, bevor der Slowene aufzuraffen sich kann. Die deutsche Mannschaft? Schaut von Platz vier zu, wie Österreich das letzte Team-Fliegen der Saison klaut. 36 Meter fehlen am Ende – so viel wie ein guter Ski lang.

Der wind schreibt das skript neu

Stefan Horngachers Abschiedsturnier wird zur Achterbahn. Karl Geiger zeigt im ersten Durchgang mit 238,5 Metern, warum er Weltmeister war. Andreas Wellinger fliegt zweimal weit, 230 und 226,5 Meter. Doch dann kommt der Wind und Philipp Raimund sowie Pius Paschke verlieren den Anschluss. Die Punktelücke wächst auf 43,3 – ein Abgrund.

Die Österreicher dagegen kassieren ihren Sturz von gestern ein. Stephan Embacher, am Vortag selbst gestürzt, steht wieder auf und hilft seinem Quartett auf 1 439,5 Punkte. Japan wird zweite, Norwegen dritte. Für Deutschland bleibt nur der bittere vierte Rang – und die Erkenntnis, dass Flugspringen kein Trostspiel ist.

Horngachers zeugnis: eine zwei mit kniefall

Horngachers zeugnis: eine zwei mit kniefall

Horst Hüttel, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes, zieht Bilanz: „In Summe Schulnote zwei, würde ich sagen.“ Sieben Jahre Arbeit, ein Olympiasieg, zwei WM-Titel – und ein letztes Bild, auf dem seine Springer die Podeststufen von unten betrachten. Wer Horngacher beerbt, bleibt offen. „Wir stehen direkt vor der Zielgeraden“, sagt Hüttel, „sind aber noch nicht drüber.“

Am Sonntag folgt das Einzel-Skifliegen. Dann wird der Wind vielleicht wieder auffrischen – und mit ihm die Frage, ob Deutschlands Springer ohne ihren Österreicher noch so weit fliegen können.