Pinguins am abgrund: 0:3-rückstand gegen mannheim bedroht den traum

Die Fischtown Pinguins stehen mit dem Rücken zur Bande. Nach dem 1:5 in Mannheim liegt Bremerhaven in der Play-off-Viertelfinalserie 0:3 gegen die Adler zurück – und die Statistik ist gnadenlos: Noch kein DEL-Team kehrte je aus dieser Position zurück.

Was am Sonntagabend in der SAP Arena geschah, war kein Hockeyspiel, sondern eine Demonstration von Macht. Nach zehn Minuten stand es bereits 0:4, und die Pinguins wirkten wie ein Team, das sich selbst nicht mehr glaubt. „Wir sind langsam aus der Kabine gekommen“, sagte Coach Alexander Sulzer nach dem Spiel, und das war noch höflich ausgedrückt. Über weite Strecken wirkten seine Spieler wie in Zeitlupe, während die Mannheimer mit Tempo und Präzision jeden Zweikampf gewannen.

Leon Hungerecker im Tor der Pinguins war oft der letzte Anhaltspunkt, aber auch er konnte nicht verhindern, dass die Scheibe immer wieder hinter ihm landete. Selbst die Rückkehr von Kapitän Jan Urbas, der nach langer Verletzungspause wieder auf dem Eis stand, brachte keinen Impuls. Urbas selbst fand nach dem Spiel klare Worte: „Das war einfach nicht gut genug heute.“

Die pinguins verloren mehr als nur ein spiel

Es ist der dritte K.o. in Serie gegen Mannheim – und jeder folgt dem gleichen Muster: Startschwäche, mangelnde Aggressivität, technische Fehler. Im ersten Spiel ging es mit 2:5 unter, im zweiten verloren die Pinguins trotz Heimvorteil in der Verlängerung 4:5. Nun also das 1:5, und die Luft wird dünn.

Die Adler aus Mannheim, die die Hauptrunde auf Platz zwei beendeten, haben die Serie bisher dominiert wie ein Top-Team gegen einen Außenseiger. Die Pinguins, die sich über die Qualifikationsrunde ins Viertelfinale gekämpft haben, wirken wie ein Team, das die Play-offs mit leeren Akkus betreten hat. „Wir werden das analysieren, abhaken und dann am Dienstag bereit sein“, sagt Sulzer – aber genau das hatten sie sich nach Spiel eins und zwei auch schon vorgenommen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Serie am Dienstag in Bremerhaven endet, ist hoch. Kein DEL-Team hat je ein 0:3 in eine Serie noch gedreht. Die Pinguins wären nicht nur das erste, sie müssten dafür drei Spiele in Folge gewinnen – darunter zwei in Mannheim, wo sie in dieser Saison noch nicht einmal ein Punkt geholt haben.

Das letzte heimspiel der saison steht bevor

Das letzte heimspiel der saison steht bevor

Am Dienstag um 19:30 Uhr ist die Eisarena an der Elbe bereits ausverkauft. Die Fans wollen ein letztes Mal ihre Mannschaft sehen – und vielleicht ein kleines Wunder. Aber selbst wenn die Pinguins das vierte Spiel gewinnen, wartet bereits Spiel fünf am 2. April wieder in Mannheim. Die Realität ist gnadenlos: Die Serie ist so gut wie gelaufen.

Für die Pinguins bleibt nur noch die Ehre. Sich nicht ergeben. Sich nicht unterkriegen lassen. Vielleicht reicht es ja, um sich wenigstens mit erhobenem Kopf zu verabschieden. Aber der Traum vom Halbfinale ist bereits gestorben – auf dem Eis in Mannheim, zwischen den Scheiben und den Scharen von Adler-Toren.