Pfunds schieß-blackout bremst dsv-staffel aus – norwegen davon

Leonhard Pfund lieferte sich im finnischen Kontiolahti ein Duell mit der eigenen Nervosität – und verlor. Zweimal knallte der 22-Jährige ins Schwarze, zweimal irrte die Kugel rechts daneben. Die Strafrunden kosteten 1:35 Minuten, die deutsche Staffel fiel aus dem Podest-Rennen.

Die Kurve danach war steil nach oben: Nach dem Debakel im Liegendschießen riss Pfund sich wortwörtlich zusammen. Fünf Treffer im Stehendanschlag, keine Spur von Zittern. „Ich hab mir gesagt: Cut jetzt, mach sauber“, beschrieb er den inneren Reset. Es reichte noch für Rang sechs – ein halbes Wunder angesichts der frühen Schieß-Pleite.

Fischer sieht keine schuld, sondern eine verlagerung

Sven Fischer bohrte nicht in der Wunde. Der ZDF-Experte ortete keine Hektik, sondern eine minimale Verlagerung am Ansatz. „Kein Risiko, kein übermütiger Knall“, sagte der Ex-Weltmeister. Das klingt wie ein Trost, ist aber auch eine nüchterne Diagnose: Der Fehler saß im Millimeterbereich, nicht im Kopf.

Lucas Fratzscher und Philipp Nawrath hatten Deutschland zuvor noch im Windschatten von Norwegen geschoben. Doch als Pfund auf Platz zwölf abrutschte, zerplatzte der Traum vom Kampf um Edelmetall. Schlussläufer Philipp Horn konservierte mit solider Arbeit das, was noch zu retten war – Sechster wird keine Statue, aber immerhin kein K.o.

Pfund bleibt trotz blackout auf erfolgskurs

Pfund bleibt trotz blackout auf erfolgskurs

Die Saison des Ausnahme-Talents ist alles andere gescheitert. Platz 13 und 15 in Nove Mesto, Sieg im IBU-Cup, Führung in der Single-Mixed-Staffel – das sind Hausnummern, vor denen etablierte Könner alt aussehen. Das Olympia-Ticket ist so gut wie sicher, das Gedächtnis an Kontiolahti wird verblassen.

Am Sonntag steht der Massenstart an. Neue Runde, neues Glück. Pfund selbst macht kein Fass mehr auf: „Die Ski waren super, die Bedingungen perfekt – das nächste Mal klappt’s auch mit dem Schießen.“ Kein Drama, nur eine Lektion. Sport ist hart, aber er verzeiht schnell – besonders denen, die treffen können.