Pfattheicher pulverisiert 200-tor-marke: balingens scharfschütze läuft der konkurrenz davon

Sascha Pfattheicher schreibt die 2. Handball-Bundesliga mit dem Edding auf. Nach 26 Spieltagen steht der Balinger Linkshänder bei 202 Treffern – und damit 51 Treffer vor seinem ärgsten Verfolger.

Die Zahl ist ein Affront. 113 seiner Tore erzielte der 29-Jährige vom Siebenmeterpunkt, 89 aus dem Feld. Das klingt nach Routine, ist es aber nicht. Denn hinter ihm lauert eine Meute, die sich gerade fragt, ob sie überhaupt noch einholbar ist. Frieder Bandlow von der HSG Nordhorn-Lingen, sonst nicht gerade zimperlich, büßt momentan zwei Tore pro Spiel ein – und sieht trotzdem nur Pfattheichers Rücknummer.

Der siebenmeterkiller und seine jäger

Der siebenmeterkiller und seine jäger

Tim Roman Wieling (TuS N-Lübbecke) schafft es mit 138 Treffern gerade noch aufs Podest, muss aber jeden Tag aufs neue spüren, wie sich die Lücke nach oben auftut wie ein Felsabbruch. Dahinter folgt ein Feld, das sich gegenseitig die Punkte wegnimmt: Timm Buck (HC Oppenweiler/Backnang) und Einar Nickelsen (VfL Lübeck-Schwartau) trennen nur fünf Treffer – bei gleichzeitig mehr Spielen auf dem Buckel.

Die Statistik der Handball-Bundesliga verrät noch einen Clou: Julius Dierberg von HC Elbflorenz jagt zwar mit 132 Treffern die Spitze, braucht dafür aber 74 Siebenmeter. Ohne diese Strafwürfe wäre er weit abgeschlagen. Pfattheicher dagegen trifft auch, wenn drei Gegenspieler vor ihm parken.

Die Saison ist noch lang, klar. Aber die Tendenz ist eindeutig: Je länger die Partien dauern, desto mehr zieht der Balinger davon. Nordhorns Bandlow müsste in den restlichen acht Spielen mehr als sechs Treffer pro Partie mehr erzielen als Pfattheicher – und das, während sich die Abwehrreihen auf ihn eingestellt haben.

Für die Fans ist das ein Déjà-vu: Vor zwei Jahren schraubte Pfattheicher bereits 215 Tore zusammen, damals in der Regionalliga. Seitdem fragt sich jeder Gegner, ob man ihn besser komplett außer Gefecht setzt – und riskiert dabei eine 2-Minuten-Strafe. Die Antwort liefert die Tabelle: Balingen steht auf Aufstiegskurs, und der Topscorer ist der lebende Beweis dafür, dass Effizienz und Effektivität nicht immer dasselbe sind.