Pfattheicher ballert 180-mal: zweite liga wird zur ein-mann-show
Sascha Pfattheicher jagt sich selbst. 180 Tore nach 23 Spieltagen – das ist keine Blutzuckerspitze, das ist ein Dauerfeuer. Der Balinger Linkshänder lässt die Zweite Handball-Bundesliga hinter sich wie eine Slalom-Gates-Serie, nur dass keiner der Gegner die Poles berührt.
Die Verfolger? Laut Statistik schon. In Wahrheit nie wirklich. Frieder Bandlow (Nordhorn) steht bei 139 Treffern, klingt nach Rangelei, ist aber eine Wüste von 41 Toren Differenz. Ein Vorsprung, der größer ist als die komplette Ausbeute von neun kompletten Teams in dieser Saison.

Timm buck schiebt sich aufs treppchen – und trotzdem wirkt er wie ein statist
Oppenweilers Timm Buck schraubte sich mit 123 Treffern auf Rang drei, überholte Lübbeckes Tim Roman Wieling (119) am vergangenen Wochenende. Ein Sprung, der in normalen Zeiten für Schlagzeilen reicht. Doch diese Zeiten sind alles andere als normal. Buck traf 16-mal vom Siebenmeterpunkt – Pfattheicher 99-mal. Die Zahl lacht ihn aus: Fast ein Drittel seiner Treffer kamen aus dem Kreis, wo er sich selbst bestellt, selbst serviert, selbst versenkt.
Die Liga schaut zu wie ein Fahrgast, der verpasst, auszusteigen. Maxim Schalles (Großwallstadt) und Wieling teilen sich Platz vier mit je 119 Treffern, doch selbst zusammen kommen sie nicht an Pfattheicher heran. Die HBL-Statistik liest sich wie ein Beschämungsprotokoll: Julius Dierberg (118), Paul Holzhacker (116), Sebastian Greß (114) – allesamt Spieler, die sonst als Torjäger durchgehen. Hier sind sie Staffage.
Was macht Pfattheicher anders? Nichts. Er macht es nur öfter. Sein Arm wirkt wie ein Gummiseil, das nach jedem Wurf wieder schneller zurückschnellt. Gegner wissen, wo er wirft. Sie wissen auch, dass sie’s nicht verhindern können. Trainer nennen es „unglücklich“, was sie meinen ist: „Wir haben keine Antwort.“
Die Saison ist noch fern vom Vorhang. 11 Spieltage bleiben, theoretisch könnte Bandlow noch aufholen. Praktisch müsste Pfattheicher sich drei Spiele lang die Hände in den Taschen warmhalten – und selbst dann wäre Bandlow nur auf Augenhöhe, nicht auf Augenblick.
Bis dahin bleibt die Zweite Liga ein Monolog. Die Frage ist nicht mehr, wer Torschützenkönig wird. Die Frage ist, ob Pfattheicher irgendwann an sich selbst verliert. Die Antwort steht schon in der Statistik: 180 Tore. Und zählend.
