Peterka zittert mit utah, kings zittern vor ihm: 4:3 in ot, playoff-ticket dicht

Salt Lake City schlägt mitten in der Nacht zweimal ein: 18 000 Fanherzen hüpfen, als Nick Schmaltz die Scheibe ins leere Tor schießt – 4:3 nach Verlängerung gegen die Los Angeles Kings. Für John-Jason Peterka kein Tor, keine Vorlage, dafür die Gewissheit, dass Utah Mammoth nach 79 Spielen erstmals die Playoff-Linie von oben sieht.

Die Kings verlassen die Eisfläche wie Betrunkene: drei Punkte Vorsprung, aber vier Partien weniger. Das Restprogramm der Kalifornier liest sich wie ein Marathonsprint: Vegas, Dallas, Colorado – alles Direktduelle. Utah dagegen hat nur noch Edmonton und am Samstag das Rückspiel gegen Los Angeles. Ein Sieg genügt, das Wildcard-Ticket ist greifbar.

Die verletzte leiche im keller der oilers

Die verletzte leiche im keller der oilers

Am Mittwoch wartet Edmonton – ohne Leon Draisaitl, der mit einer mysteriösen Schulterblessur ausfällt. Die Oilers haben in den letzten zwölf Spielen neunmal verloren, ihre Defensive wirkt wie ein Sieb. Genau das will Peterka nutzen: „Wenn wir die ersten zehn Minuten dominiert, platzt deren Kessel“, sagte er nach dem Spiel durch die Mixed-Zone, das Haar noch klatschnass.

Trainer André Tourigny stellt seine Top-Reihe um: Peterka rutscht auf die zweite Sturmreihe neben Schmaltz und Kerfoot. Die Dreierformation sammelte in den letzten fünf Spielen 13 Scoring Punkte – kein Zufall, sondern Taktik. „Wir wollen die Kings mental erwischen, bevor sie Luft holen“, erklärt Tourigny, während er mit den Fingerknöcheln auf die Taktikwand klopft.

Die Wahrheit liegt in der Tabelle: Utah hat 91 Punkte, die Kings 88, die Kraken 86. Die restlichen Gegner der Verfolger sind alle in den Top-Ten der Conference. Ein einziger Punkt am Samstag und Utah tanzt erstmals in der kurzen Franchise-Geschichte in die Postseason. Peterka wird dann nicht nur Zuschauer sein – er wird der deutsche Puls eines neuen Playoff-Stroms.