Perico delgado bleibt: tve setzt auf den umstrittenen kommentator

Er kommt trotz Shitstorm zurück. Perico Delgado wird auch 2026 wieder die Vuelta a España für TVE kommentieren – ein Jahr nach seinem Gaza-Statement, das Spanien spaltete.

Der radsport redet nicht, er tritt in die pedale

Der radsport redet nicht, er tritt in die pedale

Die Entscheidung steht: Delgado bleibt das Gesicht der Übertragung. Am 22. August startet die Vuelta in Monaco, und der ehemalige Doppel-Giro-Sieger sitzt wieder im Kommentatoren-Container. Kein internes Arbeitsverbot, kein Kurswechsel. Die Chefetage von RTVE hält zu ihm, weil Quoten und Expertise schwerer wiegen als Twitter-Krawall.

Die Sache hatte sich zugespitzt, als Israel – Premier Tech im letzten Jahr ins Ziel tuckerte. Delgado legte live nach: „Das hier ist ein Rennen, kein UN-Sicherheitsrat. Protestiert vor der Botschaft von Trump, nicht auf der Straße von Madrid.“ Sekunden später kochte das Netz. Hasstags, Boykottaufrufe, Politiker, die Sendung unterbrechen wollten. Die Leitung schaltete sich ein, prüfte, zögerte – und ließ ihn weitermachen.

Delgado selbst zuckt nur mit den Schultern. „Niemand hat mir gesagt, ich solle Pause machen“, schrieb er auf Instagram, während er in Girona die Volta a Catalunya kommentierte. Sein Vertrag läuft automatisch bis 2026, plus Option auf 2027. Zahlen will RTVE keine nennen, doch intern heißt es, seine Einschaltquoten lägen 17 % über dem Senderdurchschnitt. Das reicht, um Makulatur zu ignorieren.

Kritiker werfen dem Sender vor, mit Delgado die Grenze zwischen Sport und Politik verwischt zu haben. Die Reaktion: Ein interner Styleguide, der Kommentatoren dazu verpflichtet, „strittige geopolitische Einschätzungen“ auf 15 Sekunden zu kürzen. Keine Sperre, nur ein Countdown. Delgado lacht: „Dann rede ich halt schneller.“

Die Vuelta selbst profitiert von der Aufmerksamkeit. Sponsoren melden sich zurück, weil die Marke wieder Gesprächsthema ist. Und die Fahrer? Die wollen ohnehin nur eins: Ruhe im Peloton. Wer bei 35 Grad im Saarland-Anstieg durchhalte, habe keine Energie für Boykott-Aufrufe, sagt ein Teammanager. Delgado ist ihnen dabei gewiss: ein Kommentator, der laut wird, damit der Sport nicht leise verblutet.

Am Ende zählt die Quote – und die steigt, wenn der Kommentator zündelt. Spanien hat sich für Lautstärke entschieden. Die Vuelta 2026 wird wieder Delgados Bühne. Punkt.