Pelkum vor ort: dsv-team jagt in otepää letzte pulverpunkte – schwerer schnee, schwere jungs

Der Schnee schmilzt, die Saison nicht. In Otepää, dem WM-Testgelände von 2027, knöpfen sich die deutschen Biathleten am Donnerstag den 10-km-Sprint vor – bei über zehn Grad Plus und Puderschnee, der Beine statt Ski bevorzugt. Die Devise von DSV-Sportdirektor Felix Bitterling: „Jetzt zeigt sich, wer im Frühjahr noch Saft hat.“

Strelows comeback, nawraths vorlage

Strelows comeback, nawraths vorlage

Justus Strelow rudert nach seinem Fingerbruch wieder in den Kader – und direkt ins Schwitzkastel-Estland. Neben ihm starten Philipp Horn, David Zobel, Leonhard Pfund, Lucas Fratzscher und Philipp Nawrath, der in Kontiolahti mit zwei Top-7-Platzierungen bereits Beine und Selbstvertrauen aufpoliert hat. Seine Einschätzung klingt nach Fahrplan statt Sommerloch: „Läuferisch hab ich gezündet, die Grundlage stimmt.“

Die Wetterlage allerdings spielt verrückt. Plusgrade, Nebel, der Schnee schwer wie nasser Zement – ideale Bedingungen für Laufmonster, schlechte Karten für technische Zuckerlöser. Frankreich und Norwegen schicken ebenfalls Dauerläufer, Deutschland setzt auf Dampfmaschinen wie Nawrath. Bitterling: „Wer hier durchpufft, darf sich 2027 schon mal Warm anziehen.“

ARD und Eurosport übertragen live, DAZN streamt kostenpflichtig. Start der Männer: Donnerstag 15.15 Uhr, ARD ab 15.05 Uhr. Wer’s verpasst: Sportschau.de und die Mediathek retten den Freitag.

Für die deutschen Farben bleiben nur noch zwei Weltcup-Wochenenden, um sich Quoten für die Finalwoche in Oslo zu erkämpfen. In Otepää geht’s nicht nur um Punkte, sondern um Prestige – und um die Frage, ob der DSV schon 2027 mit dem selben Tempo ins WM-Rennen startet.

Schwerer Schnee, schwere Jungs. Die Saison neigt sich, die Beine noch nicht.