Da silva dominiert, schröder versinkt – orlando klettert auf playoff-kurs

Orlando/Toronto – Tristan da Silva schlägt in der Nacht zum Donnerstag zweimal zu: erst mit dem Arm, dann mit dem Herz. 23 Punkte, neun davon im Money-Time-Viertel, schubsen die Orlando Magic zu einem 128:122 über Cleveland – und schubsen seinen deutschen Landsmann Dennis Schröder in dieselbe Nacht, nur auf die harte Tour. Fünf Würfe, kein Treffer, null Punkte. Der Weltmeister bleibt auf der Strecke, während da Silva die Next-Man-Up-Rolle zur Galavorstellung erhebt.

Die pause hat die magic verwandelt – da silva liefert den beweis

Seit der All-Star-Pause haben die Magic fünfmal gespielt – und fünfmal gewonnen. „Wir haben einen Weg gefunden, auf dem Platz zusammenzuwachsen“, sagt der 24-Jährige nach Abpfiff, noch sichtlich mit Adrenalin. „Wir spielen füreinander, treffen die richtigen Entscheidungen.“ Die Zahlen sprechen dieselbe Sprache: Orlando wirft 54 Prozent aus dem Feld, trifft 17 Dreier und überrennt Cleveland in einem Offensiv-Feuerwerk, das selbst James Harden mit seinen 30 Punkten nicht löschen kann.

Ohne den verletzten Franz Wagner rutschen die Rollen neu. Bruder Moritz bleibt mit einem Punkt blass – aber da Silva füllt das Vakuum mit Selbstverständlichkeit. Im Schlussabschnitt jagt er neun Punkte im Stakkato, verwandelt einen Step-Back-Dreier zum 121:115, versenkt zwei Freiwürfe, die die Führung auf sechs Zähler polieren. Cleveland zittert, Orlando fliegt.

Cleveland droht der verlust der home-court-vorteils – schröder muss umdenken

Cleveland droht der verlust der home-court-vorteils – schröder muss umdenken

Für die Cavs ist die Niederlage mehr als ein Schönheitsfehler. Mit 38 Siegen bleiben sie zwar Vierter im Osten, der Vorsprung auf die nun 34-fachen Sieger von Orlando schmilzt auf vier Spiele. Die Playoff-Route wird enger, die Last auf Schröders Schultern schwerer. Nach 28 Minuten ohne Punkt stellt sich die Frage: Wie lange darf ein Leader treffen, bis der Coach die Rotation umstellt?

Die Antwort kommt aus Florida. Dort hat Jamahl Mosley sein junges Ensemble auf Speed getrimmt. Paolo Banchero liefert 27 Punkte, Cole Anthony wirft Cleveland mit 17 Punkten von der Bank aus in die Schranken. Die Magic spielen, als hätten sie den Playoff-Fahrplan schon im Februar ausgedruckt. Und da Silva? Der Europameister fühlt sich nicht mehr wie ein Rookie, sondern wie ein Motor, der erst warmläuft.

Die Tabelle lügt nicht. Orlando hat den Anschluss an die Top-Four, Cleveland die Augen auf den Rückspiegel. In zwei Wochen treffen beerteams erneut aufeinander – dann in Ohio. Für da Silva eine neue Bühne, für Schröder eine letzte Chance, die Null aus der Boxscore zu tilgen. Die Playoffs rücken näher, und mit ihnen die Wahrheit darüber, wer im Frühling noch Luft hat.