Patrik nemeth bleibt gesperrt – fribourg droht das aus
Der Schock sitzt tief: Patrik Nemeth muss auch die ersten vier Halbfinal-Spiele von der Tribüne aus verfolgen. Das Verbandssportgericht (VSG) bestätigte am Samstag die Fünf-Spiele-Sperre gegen den schwedischen Verteidiger von Fribourg-Gotteron. Die Berufung des Clubs wurde abgelehnt – ein Schlag ins Kontor für die Titelträume des NL-Meisters.
Die Tat war klar, die Bilder eindeutig. Am 30. März, sechstes Viertelfinal-Spiel gegen Rapperswil-Jona Lakers, lieferte sich Nemeth eine hitzige Auseinandersetzung mit Jonas Taibel. Zwei Cross-Checks, zwei Mal der Stock hoch – das VSG sprach von „unsportlichem Verhalten mit erheblichem Gefährdungspotenzial“. Die Folge: Sperre und 6.780 Franken Geldstrafe.
Die reaktion aus dem camp fribourg fiel verhalten aus
„Wir akzeptieren die Entscheidung, auch wenn wir sie nicht teilen“, sagte Sportchef Christian Weber knapp. Nemeth selbst schwieg – was wollte man ihm auch nach dem verbüfften Gesichtsausdruck in der Kabine fragen? Der 34-Jährige hatte bereits das entscheidende siebte Spiel der Serie verpasst, nun droht ihm, sollte das Team gegen Genève-Servette unterliegen, ein vorzeitiges Saisonende.
Die Zahlen sind hart: vier Spiele Tribünenplatz, kein Einsatz, kein Einfluss. Fribourg verliert mit Nemeth einen der erfahrensten Defensivspezialisten, der in den Playoffs bisher mit durchschnittlich 23:12 Minuten Eiszeit zur Stabilität verhalf. Sein Ersatz, David Aebischer, kommt auf 18 Minuten – ein Unterschied, der sich in hitzigen Duellen bemerkbar machen könnte.

Die liga schickt ein signal
Die NL will härter durchgreifen, das hat sie in den vergangenen Wochen mehrfach unter Beweis gestellt. Die Ablehnung der aufschiebenden Wirkung am Freitag war ein Indiz, die Bestätigung der vollen Strafe ein Exclamation mark. „Wir müssen die Gesundheit der Spieler schützen“, sagte VSG-Sprecher Markus Hächler. „Nachrichten wie diese sind Teil der Prävention.“
Für Fribourg heißt es nun: Umorganisation. Coach Clement Jodoin muss seine Defensivreihen neu justieren, die Mannschaft ihre Aggression kanalisieren. Die Fans? Die reagierten auf Social Media mit gemischten Gefühlen. Die einen fordern mehr Disziplin, die anderen sprechen von „Justiz-Skandal“. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen – und auf dem Eis.
Die Serie gegen Genève-Servette beginnt am Dienstag. Ohne Nemeth. Mit einer Lücke, die größer ist als nur ein Name auf der Ausfallliste. Es ist die Geschichte eines Moments, der alles verändert – und die Frage, ob Fribourg trotzdem durchsteht. Die Antwort gibt es in den nächsten Tagen. Ohne Verbandssportgericht, aber mit maximalem Druck.
