Paralympics verona: russland-streit überschattet den start

Heute Abend öffnet Verona seine Tore für die Winter-Paralympics 2026 – und die Stimmung könnte kaum widersprüchlicher sein. Während die Welt noch die Bilder von Milano Cortina im Kopf trägt, hat der politische Streit um russische und belarussische Fahnen und Hymnen die Vorfreude vergiftet wie ein Tropfen Tinte im Glas Wasser.

Was von der olympischen magie übrig bleibt

Die Hoffnung war groß. Man wollte glauben, dass der Funke der Olympischen Spiele automatisch auf die Paralympischen Spiele überspringt. Dass die Begeisterung einfach weiterläuft. Sie tut es nicht. Die Realität ist nüchterner: Die breite Öffentlichkeit hat bereits weitergeschaltet, und die Athletinnen und Athleten mit Behinderung kämpfen einmal mehr darum, dass ihre Leistungen denselben Raum bekommen wie die ihrer olympischen Kolleginnen und Kollegen.

Dabei verdienen sie diesen Raum. Die Winter-Paralympics sind kein Anhängsel. Sie sind ein eigenständiges Spektakel, das Grenzen verschiebt – körperliche, mentale, gesellschaftliche. Wer je einen Monoskifahrer mit Beinamputation eine Abfahrt hinunterschießen gesehen hat, weiß das.

Der russland-streit: eine wunde, die nicht heilt

Der russland-streit: eine wunde, die nicht heilt

Das internationale Tableau ist belastet. Die Debatte über die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten unter neutraler Flagge – oder überhaupt nicht – hat die Tage vor der Eröffnung dominiert. Es geht nicht nur um Sport. Es geht um Symbolik, um Haltung, um die Frage, was ein internationales Sportfest in Kriegszeiten bedeuten darf und soll. Darauf gibt es keine einfache Antwort. Aber die Diskussion selbst hat Energie gefressen, die eigentlich den Athleten gehört hätte.

Stefan Fischer, Autor bei TSV Pelkum Sportwelt, bringt es auf den Punkt: Eine Paralimpiade beginnt nicht mit dem ersten Startschuss, sondern mit dem Willen, hinzuschauen. Heute Abend in Verona beginnt dieser Test – und die Athleten haben ihn längst bestanden, bevor er überhaupt angefangen hat.