Paralympics: italienische regierung lehnt russische flaggen entschieden ab
- Italienische regierung blockiert russische flaggen bei den paralympics
- Starke kritik von außenminister tajani
- Verstoß gegen olympische ideale
- Ipc hatte sanktionen aufgehoben
- Ukraine kündigt boykott an
- Deutsche position und mögliche konsequenzen
- Hintergrund: die regeln für neutrale athleten
- Ausblick: weitere entwicklungen
Italienische regierung blockiert russische flaggen bei den paralympics
Die Pläne des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), russische Athleten unter ihrer Nationalflagge bei den Paralympischen Spielen in Mailand-Cortina 2026 antreten zu lassen, stoßen auf heftigen Widerstand aus Italien. Die italienische Regierung hat ihre absolute Ablehnunggegenüber dieser Entscheidung zum Ausdruck gebracht.
Starke kritik von außenminister tajani
„Die italienische Regierung bringt ihre absolute Ablehnung gegenüber der Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees zum Ausdruck, sechs russische und vier belarussische Athleten zur Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Mailand-Cortina 2026 zuzulassen“, erklärte Außenminister Antonio Tajani am Donnerstag. Diese Haltung wird auch von Sportminister Andrea Abodi geteilt.

Verstoß gegen olympische ideale
Die Regierung argumentiert, dass die fortgesetzten militärischen Aktionen Russlands und Belarus im Widerspruch zu den olympischen und paralympischen Idealen stehen. Eine Teilnahme unter nationaler Flagge sei daher unvereinbar, es sei denn, die Athleten treten als neutrale Einzelpersonen an. Dies ist ein deutliches Signal an das IPC, die italienische Position in dieser Frage ernst zu nehmen.

Ipc hatte sanktionen aufgehoben
Im September hatte das IPC überraschend die Sanktionen gegen die russischen und belarussischen Dachverbände aufgehoben. Die Athleten dürfen zwar als „Neutrale Athleten“ teilnehmen, doch die Möglichkeit, unter ihrer eigenen Flagge anzutreten, hatte für Empörung gesorgt. Die Entscheidung des IPC orientiert sich an den Regeln der Olympischen Spiele in Paris 2024.

Ukraine kündigt boykott an
Die Ukraine reagierte umgehend mit der Ankündigung, die Eröffnungsfeier der Paralympics zu boykottieren. Sportminister Matwij Bidny bezeichnete die Entscheidung als „enttäuschend und empörend“. Die Ukraine befindet sich seit vier Jahren in einem Krieg mit Russland und sieht die Teilnahme russischer Athleten als Provokation.

Deutsche position und mögliche konsequenzen
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte die Entscheidung des IPC ebenfalls kritisiert und betont, sich auf den Sport zu konzentrieren. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den italienischen Organisatoren und Behörden. Italiens Widerstand könnte dazu führen, dass das IPC seine Entscheidung überdenkt.

Hintergrund: die regeln für neutrale athleten
Russen und Belarussen dürfen als „Individuelle Neutrale Athleten“ (AIN) an den Spielen teilnehmen. Nationale Symbole wie Flaggen und Hymnen sind verboten. Das IOC-Gremium prüft, ob die Athleten keine Verbindungen zur Armee haben und den Krieg nicht öffentlich unterstützen. Die Anzahl der zugelassenen Athleten ist begrenzt.

Ausblick: weitere entwicklungen
Die kommenden Tage werden zeigen, ob das IPC auf den Druck aus Italien eingeht und seine Entscheidung revidiert. Die Situation ist angespannt und könnte zu weiteren Konflikten führen. Die Paralympischen Spiele sollen ein Zeichen des Friedens und der Inklusion senden, doch die politische Dimension trübt derzeit dieses Bild.
Quelle: dpa
