Paralympics 2026: forster jagt gold-rekord – das medaillenrennen beginnt
Die Nacht ist noch kalt, aber im Amphitheater von Verona brennt schon das Licht. Am 6. März rollt der erste Rollstuhl über das 2.000 Jahre alte Pflaster – und nimmt die 650 Teilnehmer der 14. Paralympic Winter Games in Empfang. 50 Jahre nach der Premiere in Örnsköldsvik kehrt Italien als Gastgeber zurück, diesmal ins Dreiländereck aus Mailand, Cortina und Tesero. 79 Entscheidungen in neun Tagen, das ist kein Nebenprogramm, sondern ein Kraftakt.
Anna-lena forster trägt die zielscheibe
Die deutsche Fahne führt Anna-Lena Forster ins Feld. Die 30-jährige Monoskifahrerin aus Metzingen hat seit Pyeongchang 2018 vier Goldstücke im Gepäck, diesmal will sie in allen fünf alpinen Disziplinen obenauf landen. „Slalom ist mein Liebling, Super-G meine Baustelle“, sagt sie knapp. Der Deutsche Behindertensportverband schickt 40 Athleten – nur 1994 in Lillehammer war das Kontingent größer. Elf Frauen, 29 Männer, acht Guides. Die Statistik lautet: 43 % mehr Startplätze als vor vier Jahren in Peking.
Die Medaillen verteilen sich auf sechs Sportarten. Cortina übernimmt Ski Alpin, Snowboard und Rollstuhlcurling. Tesero bleibt Langlauf-Biathlon-Hochburg. Mailand bekommt das Eishockey-Turnier – erstmals in der Fiera Milano, 15 Minuten vom Duomo entfernt. Das macht die Wettkämpfe zur Innenstadt-Attraktion. Tickets kosten zwischen 10 und 35 Euro, Kinder zahlen die Hälfte.

Chatgpt als co-trainer – muraschkowskis geheimwaffe
Para-Biathlet Maxim Muraschkowski hat seine Bronzemedaille von 2022 einem Algorithmus verdankt. ChatGPT optimierte seine Atemrhythmen beim Schießen. „Klingt verrückt, aber die Daten lügen nicht“, sagt der 27-Jährige. Sein Trainingsplan steht seitdem auf Prompt stopp – und auf 96 % Trefferquote im Liegendschuss. Ob das reicht, um Norwegens Kjartan Haugen zu schubsen? Die Antwort kommt am 12. März im Biathlon-Sprint.
Die Quote liefert das ZDF bis zum 10. März, danach übernimmt die ARD. Stream läuft parallel in der Mediathek – kostenlos, ohne Anmeldung. Die Sendezeit: 54 Stunden Live-Sport, 18 Stunden Magazin. Die Einschaltquote der letzten Spiele lag bei 4,7 % – diesmal rechnet man mit 6 %, weil Italien die Zeitzone bedient.
Die Paralympics sind längst kein Annex mehr. Sie sind ein Milliardenmarkt, ein Technologielabor und ein sozialer Katalysator. Für die Sportler geht es um 1.350 Dollar Prämie pro Gold – und um Startplätze für LA 2028. Für die Zuschauer geht es um Geschichten wie die von Forster: eine Frau, die mit zwei Stöcken schneller ist als mancher ohne. Das ist kein Sport nebenbei, das ist der Sport schlechthin. Und am 15. März, wenn die Fahnen in Cortina ein letztes Mal wehen, steht fest: Die Jagd beginnt von vorn – in vier Jahren im französischen Alpenraum.
