Nürnberg bangt um gruber – entwarnung kommt zum rechten moment

Der 1. FC Nürnberg hat seinen Kapitän nicht verloren. Fabio Gruber zwar mit hängender Schulter vom Platz, doch die MRT-Röhre zeigte keine strukturelle Blessur. Für den Abwehrspieler und die Franken eine Rettung, die in Kiel fast schon Pflicht geworden wäre.

Die niederlage gegen düsseldorf war erst der anfang

0:1, erste Heimpleite seit September, Platz 13, nur vier Punkte über dem Relegationsrang – die Lage ist nicht dramatisch, aber sie ist dünn. Miroslav Klose redete nach Abpfiff von „kleinen Details“, doch diese Details addieren sich. Seit der Winterpause holte der Club in acht Spielen nur zwei Siege. Die Tendenz zeigt nach unten, der Glauben schwindet.

Grubers Ausfall nach sieben Minuten passt ins Bild. Der 23-jährige Peruaner ist nicht nur Führungsspieler, sondern auch Statistiker-Traum: Kein Zweitliga-Verteidiger gewann mehr Zweikämpfe (67,4 %) und spielte mehr Passfolgen in die Spitze. Ohne ihn drohte Kurzschluss. Doch die Untersuchung ergab lediglich Muskelkater – keine Faser, kein Riss. Einsatz in Kiel offen, hieß es knapp vom Klub. Offen bedeutet: 70-prozentige Wahrscheinlichkeit, und das ist in der 2. Bundesliga schon ein Sechser im Lotto.

Im kraftraum arbeitet der rest der truppe

Im kraftraum arbeitet der rest der truppe

Mohamed Ali Zoma stemmt mit nur einer Hand, weil die Schulter zickt. Luka Lochoshvili quält das Knie, das Düsseldorfs Angreifer wie ein Brecheisen traf. Beide absolvierten am Mittwoch wieder Teile der Mannheitseinheit – ein kleiner Sieg, der in der Tabelle aber keine Punkte bringt. Tom Baack, Justin von der Hitz und Styopa Mkrtchyan blieben außen vor, ihre Herzfrequenz soll geschont werden. Klose mischt und verrührt, weil ihm die Alternativen fehlen.

Am Samstag (13 Uhr, Live bei Sky) geht es nach Kiel. Das Hinspiel endete 1:1, die Störche fliegen tief, haben aber den besseren Lauf. Wer dort verliert, rutscht auf Platz 14 oder 15 – rein rechnerisch. Rein gefühlt wäre es ein Sturz in die dunkle Zone, aus der man sich in der Rückrunde kaum noch hochkämpft.

Fabio Gruber wird mitfliegen. Mit oder ohne Schienbeinschutz, das entscheidet sich 45 Minuten vor Anpfiff. Die Entwarnung war Nürnbergs bester Pass in dieser Woche – jetzt muss das ganze Team nachlegen, bevor die Punktausbeute genauso schmerzt wie ein Muskelfaserriss.