Papst franziskus: fußballfan durch agustinisches engagement!
Madrid bebte vergangenes Wochenende förmlich Fußballgeschichte, als Papst Franziskus seine erste Station seiner spanischen Apostolischen Reise in der Hauptstadt absolvierte. Die Stadt präsentierte sich in voller Pracht, eine Atmosphäre, die seit der Weltjugendtag 2011 nicht mehr erlebt wurde. Doch inmitten dieser Feierlichkeiten verbarg sich eine überraschende Anekdote: Der Pontifex‘ Herz schlägt angeblich für den Real Madrid – eine Leidenschaft, die er einem vallisoletaner Mönch zu verdanken hat.

Eine freundschaft, die über den vatikan hinausreicht
Die Geschichte beginnt im Jahr 2001, als die Orden der Augustiner in Rom zu ihrem Generalkapitel zusammenkamen. Dort trafen Robert Prevost, damals Prior General, und Miguel Ángel Martín, der Sekretär, aufeinander – zwei Männer, die einander zunächst nicht kannten, aber bald eine enge Arbeitsbeziehung eingingen. Diese Zusammenarbeit sollte sich als entscheidend erweisen, denn sie führte zu einer ungewöhnlichen Leidenschaft für den weißen Fussball.
„Wir begannen zusammenzuarbeiten, ohne uns wirklich zu kennen“, erinnert sich Martín. Was niemand ahnen konnte: Diese zufällige Begegnung sollte ein Vierteljahrhundert später zu einem überraschenden Moment auf dem Balkon des Petersdoms führen. Die gemeinsamen Jahre in Rom brachten nicht nur Einblicke in den Alltag des Papstes, sondern auch die Saat für seine Fußballleidenschaft.
Martín erzählt schmunzelnd: „Ich habe ihm immer neckisch gesagt: Hier in Rom, aber in Spanien für Real Madrid.“ So entstanden lange Abende vor dem Fernseher, bei denen die beiden Mönche gemeinsam Fußballspiele verfolgten und Martín den Papst langsam, aber sicher dem weißen Trikot zugeführt hat.
Ein WhatsApp-Update steht noch aus
„Er hat sich dann schon ein wenig erwärmt“, lacht Martín. „Und ja, er mochte Fußball. Wenn ein Spiel lief, haben wir es uns angesehen.“ In der Kurie trafen sich Ordensleute aus aller Welt, und Prevost, wie viele andere, ließ sich von der Fußballbegeisterung anstecken. Einmal fragte ihn jemand in Rom nach seinem Lieblingsverein, und der künftige Papst antwortete mit einem Lächeln: „Ich bin Real Madrid-Fan, dank Miguel Ángel.“
Martín hält sich bedeckt, wenn ihm die Andeutung im Video, in dem der Papst auf die Frage nach seinem Lieblingsverein vermeintlich ein „Atleti“ flüstert, vorgehalten wird. „Nein, klar“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Er hat sich dem Fußball erst später zugewandt. Aber er erinnert sich gerne an die gemeinsamen Gespräche und Witzeleien über Real Madrid.“
Während des Konzils sprachen die beiden Freunde noch kurz am Telefon. Martín ermutigte seinen nervösen Freund, der in den Papstlisten ganz oben stand. „Schau doch mal, Roberto“, sagte er, „vielleicht darfst du ja mit dem Handy telefonieren.“ Er konnte es kaum glauben, als dann die weiße Rauchzeichen über Rom aufstieg und Robert Prevost zum Papst Franziskus wurde.
Am Vortag des Spiels im Estadio Santiago Bernabéu soll der Papst gesagt haben: „Der Papst gehört allen Mannschaften, aber Prevost ist Real Madrid-Fan.“
Miguel Ángel Martín blickt zurück auf eine zwölffjährige Freundschaft, die dem Papst eine neue Leidenschaft eingebracht hat. Ein WhatsApp-Update über den Besuch im Bernabéu bleibt ihm noch schuldig. Eines ist jedoch sicher: Die Geschichte des Papstes und seines agustinischen Freundes ist ein Beweis dafür, dass Freundschaft und Humor auch im höchsten Amt der katholischen Kirche ihren Platz haben.
