Oyarzabal: auf dem weg zum neuen spanischen rekordstürmer?
Mikel Oyarzabal hat mit seinem Treffer gegen Peru einen weiteren Schritt in Richtung spanischer Fußballgeschichte gemacht. Der Baske festigt seine Position als einer der wichtigsten Angreifer der Nationalmannschaft und deutet an, dass eine Ära des Tores im roten Trikot beginnen könnte.

Die konkurrenz im sturm bleibt eine herausforderung
Mit 25 Toren in mittlerweile 53 Spielen reiht sich Oyarzabal als achter Rekordtorschütze Spaniens ein – nur noch ein Tor trennt ihn von dem legendären Quique Buitragueño. Seine aktuelle Torquote ist beeindruckend und übertrifft alle bisherigen Leistungen der Nationalmannschaft seit März 2025. Während das Land in Euphorie versinkt angesichts eines Weltklasse-Torjägers, stellt sich die Frage nach einer zuverlässigen Alternative im Sturmzentrum, die Luis de la Fuente für den Fall der Fälle bereithält.
Ferran Torres, ein pfeilschneller Flügelspieler, hat sich zunehmend als brauchbarer Mittelstürmer etabliert und kann ebenfalls auf eine beachtliche Bilanz von 24 Toren in 56 Länderspielen verweisen. Doch das Profil eines klassischen, robusten Stürmertyps, der das Spiel verändern und seine Körperkraft einsetzen kann, scheint in der aktuellen spanischen Nationalmannschaft zu fehlen. Während Las Rozas weiterhin die beste Talentschmiede für Mittelfeldspieler der Welt ist, wird die Position des kraftvollen „neuners“ selten besetzt.
Joselu, der im vergangenen Jahr von De la Fuente hochgehalten wurde, und Borja Iglesias, der im WM-Qualifikationsspiel gegen Peru sein achtes Länderspiel bestritt, konnten bisher nicht überzeugen. Iglesias blieb in 234 Minuten ohne Tor oder Vorlage, während sein Konkurrent im portugiesischen Porto in vier Spielen 131 Minuten ohneErfolg verbrachte. „Ich bin nicht besessen vom Toreschießen. Natürlich will ich treffen, aber ich unterschreibe auch, wenn wir gewinnen und ich nicht traf“, erklärte Iglesias, ein Statement, das mit der Philosophie von Luis de la Fuente übereinstimmt, der die Bedeutung des Teamgeists hervorhebt.
„Wir haben viele Stürmer. Keiner ist ein ‚falsche Neun‘, aber alle sind sehr gut“, betonte der Trainer und wies darauf hin, dass die Torlast nicht immer auf einen einzelnen Spieler entfallen muss. Die Suche nach dem klassischen Stoßstürmer, dem „Panda“, der den Ball festmachen, Pässe verteilen und Räume öffnen kann, bleibt jedoch eine Herausforderung. Denn während Fernando Torres in seiner Glanzzeit (38 Tore in 110 Spielen) auch Schwierigkeiten hatte, sich an das Spielsystem anzupassen, wurde Cesc Fàbreg als eine kreative Lösung im Sturmzentrum entdeckt.
De la Fuente setzt weiterhin auf Oyarzabal, der bereits bei der U21-Europameisterschaft 2019 und den Olympischen Spielen in Tokio als zentraler Stürmer brillierte. Toni Martínez und Carlos Espí waren zwar in der Vorrunde der Saison ernsthafte Konkurrenten um den Platz von Iglesias, aber De la Fuente glaubt weiterhin an dessen Fähigkeiten, das Spiel mitzuentwickeln, Räume zu schaffen und die gegnerischen Abwehrreihen zu überraschen.
Doch die spanische Nationalmannschaft braucht auch Tore von einem kraftvollen, instinktiven Vollstrecker. Die Frage ist, ob Borja Iglesias diesen Anforderungen gerecht werden kann oder ob Oyarzabal weiterhin die Hauptlast der Torproduktion tragen muss. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Spanien seinen Torhunger mit dem vorhandenen Personal stillen kann oder ob die Suche nach einem klassischen „neun“ weitergeht.
