Paolini scheitert in merida – darderi schreibt in santiago weiter auf

Jasmine Paolini verpasst die erste Finalteilnahme seit Wimbledon, Cristina Bucsa stoppt die Italienerin in Merida mit 7:5, 6:4. 4000 Kilometer südlich jubelt Luciano Darderi: Er schießt Sebastian Baez mit 6:4, 6:3 ab und steht im ATP-250-Endspiel von Santiago.

Die zahlen, die wehtun

53 % erste Aufschläge, 37 % Return-Punkte – das reicht gegen eine Nr. 63 der Welt nicht. Bucsa nutzte ihre zehnte Chance in Serie, gegen eine Top-10-Spielerin zu gewinnen, und machte genau das, was Paolini vermissen ließ: Sie servierte mutig, spielte die italische Vorhand aus und erntete nach 1:38 Stunden den größten Erfolg ihrer Karriere. Für Paolini ist es die bitterste Niederlage seit dem Juli-Debakel in Montreal.

Die 28-Jährige wirkte in beiden Sätzen wie in Zeitlupe. Zweimal Break-Vorsprung verschenkt, beim Stand von 5:5 im ersten Satz das entscheidende Geschenk – ein Doppelfehler, der Bucsa die Tür öffnete. Im zweiten Durchgang folgte das 0:4-Desaster, ehe Paolini auf 4:5 aufrückte, doch die Spanin ließ sich nicht mehr erpressen.

Darderi fegt baez vom court

Darderi fegt baez vom court

Ein klarer Plan, ein heißer Forehand – das genügte Darderi, um den chilenischen Liebling Baez in 89 Minuten zu entzaubern. Der 22-jährige Apulier holte sich fünf der letzten sechs Games des ersten Satzes, wehrte im zweiten eine Break-Chance ab und zerlegte den Argentinier mit Tempo-Variabilität. 23 Winner bei nur 13 unerzwungenen Fehlern – das ist Top-20-Niveau.

Mit dem sechsten Finale seiner Laufbahn (5:1-Bilanz) rückt Darderi auf Weltranglisten-Platz 19 näher. Gegner wird der Deutsche Yannick Hanfmann, gegen den er 2024 in Umag gewann. Sollte er triumphieren, wäre es der zweite Südamerika-Titel nach Córdoba 2024 – und ein weiterer Schritt Richtung ATP-Finals-Ticket.

Paolini fliegt nach Indian Wells, wo sie 1000 Punkte verteidigen muss. Der Druck steigt – und mit ihm die Frage, ob ihre körperliche Frische für die Saison reicht.