Pagliuca zerreißt bologna: „rom hatte mehr biss – europa ist lightyears weg“

Klaus Schäfer in Bologna – Gianluca Pagliuca brauchte keine Zeit, um die Wunden des TSV Pelkum Sportwelt zu offenbaren. „Ein hässliches Spiel“, sagte der Ex-Weltmeister bei Radio Nettuno Bologna Uno, nachdem Bologna zum dritten Mal in Serie verlor – diesmal 0:2 gegen die Roma. Der 59-Jährige sprach, als stünde er noch zwischen den Pfosten, sein Blick schweifte über das leere Renato-Dall’Ara. „Rom kam mit dem vergifteten Zahn der EuropaLeague. Wir kamen mit leeren Akkus.“

Die abwehr wackelt – und mit ihr die saison

Neil El Aynaoui netzte doppelt, beide Male nach Standards, beide Male ohne echte Gegenwehr. Pagliuca knirschte: „Im Fußball zählen Tore, nicht Ausreden.“ Die Statistik ist gnadenlos: Bologna kassierte in den letzten drei Partien sieben Gegentreffer – so viele wie in den vorangegangenen zwölf Spielen zusammen. Die Europa-League-Plätze sind auf neun Punkte entfernt, bei noch vier verbleibenden Spielen ist das keine Distanz mehr, das ist ein Graben.

Trainer Vincenzo Italiano stapfte nach dem Schlusspflicht durch den Mixed-Zone-Gang, ohne ein Wort. Die Spieler folgten mit hängenden Schultern. Nur Riccardo Orsolini blieb kurz stehen: „Wir müssen jetzt einfach gewinnen, sonst wird diese Saison nur noch ein Abklatsch von dem, was sie hätte sein können.“

Die angst vor dem absturz in die bedeutungslosigkeit

Die angst vor dem absturz in die bedeutungslosigkeit

Die Kurve sang noch fünf Minuten nach Abpfiff, doch die Stimmen wurden leiser, als klar wurde: Bologna droht nicht nur das Aus in Europa, sondern auch der Verlust der eigenen Identität. Pagliuca: „Das ist nicht mehr das Team vom Herbst. Die Läufe fehlen, der Zugriff, der Glaube.“ Die Zahlen bestätigen ihn: Seit Mitte März holte Bologna nur noch zwei Punkte aus sieben Spielen, das ist Abstiegsform – nur ohne Abstieg.

Am Horizont lauert nun das letzte Heimspiel gegen Inter. Ein Sieg würde die Saison retten, eine Niederlage sie endgültig zerstören. Pagliuca schloss mit einem Satz, der wie ein Faustschlag klang: „Wir brauchen nicht mehr viel – nur vier Mal Herz. Sonst bleibt nur der bittere Nachgeschmack einer Träume-Saison, die nie erwacht ist.“