Teslas hirn-upgrade kommt 2027: ai5-chip verspricht fünffache rechenpower

Der neue AI5-Mikrochip von Tesla ist fertig designt, die Massenproduktion startet Mitte 2027. Elon Musk verkündete das auf X – und ließ gleich nachschlagen: AI6 und Dojo3 sind schon in Arbeit. Der Sprung von 500 auf 2.500 Tops Rechenleistung ist gewaltig. Doch der Spaß hat einen Preis.

Mehr power, mehr hitze, mehr kosten

Der AI5 liefert 144 Gigabyte integrierten Speicher und eine fünffach höhere Speicherbandbreite. Das treibt die Produktionskosten in ungeahnte Höhen. Dazu kommt ein Stromverbrauch von bis zu 800 Watt – zu viel für alle heute rollenden Tesla-Modelle. Die erste Auslieferung erfolgt deshalb nur in komplett neu konstruierten Fahrzeugplattformen.

Die Frage lautet nicht mehr, ob die Hardware die versprochene Full Self Driving-Funktion bringt. Die Frage ist, ob Tesla die Versprechen endlich einlöst. Die Testflotte der Cybercabs in Austin fährt immer noch mit menschlicher Fernaufsicht und nur in abgegrenzten Stadtvierteln. Der AI5 soll diese Geisterfahrt beenden.

Milan wird zum testgelände

Milan wird zum testgelände

Während der Chip in Fabriken gereift ist, rattern Tesla-Modelle mit AI4-Hardware durch die Mailänder Innenstadt. Die Kameras und Sensoren sammeln Millionen Kilometer Realdaten, um Edge Cases zu identifizieren: Kreuzungen mit verwegener Ampelphase, Fußgänger, die plötzlich zwischen geparkten Auten auftauchen, Kreisverkehre, in denen italienische Fahrer die Physik neu schreiben.

Die Analysten von Gazzetta Motori rechnen vor: Mit AI5 könnte ein Tesla in 0,05 Sekunden eine Gefahrensituation durchspielen, die dem heutigen System 0,25 Sekunden kostet. Auf Autobahntempo entspricht das fast acht Metern Bremsweg – oft der Unterschied zwischen Blech und Blech.

Doch Hardware ist nur die halbe Miete. Die EU hat Tesla kürzlich die erste Zulassung für ein autonom fahrendes Fahrzeug erteilt – allerdings nur auf einer abgesperrten Teststrecke in Bayern. Der Gesetzgeber bremst, nicht der Chip.

Prestige-projekt mit risiko

Prestige-projekt mit risiko

Tesla verbrennt Milliarden, um die nächste Generation voranzutreiben. Wenn AI5 tatsächlich 2027 in Serie geht, dürfte der Chip pro Fahrzeug mehrere tausend Dollar kosten. Die Margen schmelzen, die Konkurrenz aus China liefert bereits günstigere Lidar-Systeme. Elon Musk setzt auf Reinelektronik und Software – ein Prestige-Projekt, das er nicht verlieren darf.

Die Zahlen sind brutal: 2.500 Tops, 144 GB, 800 Watt. Die Realität wird zeigen, ob die Algorithmen diese Kraft auch nutzen können. Bis dahin bleibt das Versprechen der selbstfahrenden Tesla eine digitale Utopie – mit einem sehr teuren Prozessor im Kofferraum.

Angelika Klein berichtet für TSV Pelkum Sportwelt direkt aus dem Technologie-Zentrum von Tesla in Grünheide.