Paderborn patzt im ostwestfalen-duell – bielefeld rettet sich mit spärem elfmeter
Der SC Paderborn hat den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga verpasst – und das mit Ansage. Im Derby bei Arminia Bielefeld führte der SCP nach Rückstand mit 2:1, kassierte aber in der 90. Minute den Ausgleich und ging mit einem 2:2 vom Platz. Die Partie war ein Lehrstück über Chancenverwertung, VAR-Willkür und die Unberechenbarkeit des Ostwestfalen-Duells.
Var bremst paderborn zweimal aus
Schon nach zehn Minuten dachten die Gäste zu früh, sie hätten die Führung erzielt. Filip Bilbija nutzte einen Fehler von Noah Bazee, doch der VAR bügelte das Tor wegen einer Abseitsstellung von Laurin Curda ab. Kurz vor dem Pausenpfiff wiederholte sich das Spiel: Ein Treffer nach Ecke wurde erneut wegen Abseits aberkannt. Die Paderborner Fans pöbelten: „Scheiß DFB!“ – und hatten recht, dazu zwei reguläre Tore aberkannt zu bekommen, ist selbst in Zeiten von Video-Beweis ein Novum.
Bielefeld dagegen blieb effizient. Joel Grodowski drehte sich nach Flanke von Arne Sicker mit dem Rücken zum Tor und köpfte zur 1:0-Pausenführung ein. Kurz vor der Halbzeit hatte Paderborn 67 Prozent Ballbesitz, aber nichts Zählbares auf der Habenseite.

Marino-doppelpack bringt scp auf erfolgskurs
Die Gäste kamen wie verwandelt aus der Kabine. Stefano Marino schob nach Baur-Vorlage zum Ausgleich ein, neun Minuten später staubte er erneut ab – 2:1. Die Kurve der Gäste explodierte, die Arminia wirkte kurz orientierungslos. Paderborn dominierte die Räume, ließ aber zu viel Raum für Bielefelds Konter.
Die Schlussphase wurde zur Achterbahn. Bielefeld warf alles nach vorne, Paderborn vergab das 3:1 durch Baur aus sieben Metern. Die Strafe folgte prompt: In der Nachspielzeit grätschte Baur Corboz im Strafraum um, der Kapitänsfalke trat selbst an und verwandelte sicher zum 2:2. Die Arena tobte, die Paderborner kassierten den zweiten Derby-Dämpfer innerhalb von vier Wochen.
Das Remis reicht Bielefeld, um auf Platz 15 zu bleiben, drei Punkte vor dem Strudel. Paderborn bleibt Vierter – ohne den erhofften Sprung an die Spitze. Die Moral der Arminia ist ihr Kapital, die Effizienz des SCP momentan ihr Problem. Nächste Woche gastiert Bielefeld in Elversberg, Paderborn empfängt Dresden. Beide Teams wissen: Der Abstand zwischen Aufstieg und Abstieg in dieser Liga beträtt nur drei Siege – und manchmal einen späten Elfmeter.
