Paderborn: die zünglein an der waage im aufstiegsrennen
Der SC Paderborn hat die Nerven angespannt: Mit vier entscheidenden Partien gegen die Top 5 der 2. Bundesliga steht viel auf dem Spiel. Während Trainer Ralf Kettemann vor der Brust eine Atmosphäre der Zuversicht verspürt, mahnen die Erinnerungen an den Hinrunden-Versagen zur Vorsicht.
Die vorfreude des trainers: ein luxusmoment
Ralf Kettemann strahlt – und das nicht ohne Grund. Vor dem Spitzenspiel gegen Hannover 96 am Samstagabend (20:30 Uhr, LIVE! bei kicker) betonte der 39-jährige Coach auf der Pressekonferenz die „Luxussituation“, in der sich sein Team befindet. Vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, die beste Offensive der Liga und eine beeindruckende Rückrundenbilanz lassen auf eine erfolgreiche „Crunchtime“ hoffen. „Ich nehme auf jeden Fall eine breite Brust bei meiner Mannschaft wahr“, so Kettemann, der ein perfektes Gleichgewicht zwischen Lockerheit und Anspannung beobachtet.

Das hinrunden-debakel: eine bittere mahnung
Doch die rosarote Brille trübt sich, wenn man sich das Restprogramm genauer ansieht. Nicht nur Hannover, sondern auch Schalke 04, Elversberg und Darmstadt 98 stehen noch auf dem Programm – allesamt direkte Konkurrenten im Aufstiegsrennen. Noch bitterer: Die Erinnerungen an die Hinrunde sind alles andere als erfreulich. Vom Tabellenplatz 1 nach dem 12. Spieltag rutschte der SCP bis zur Winterpause auf den vierten Platz ab, nachdem aus den Duellen mit der Konkurrenz nur magere vier Punkte gesammelt wurden – lediglich der Sieg in Karlsruhe (4:0) sorgte für einen Lichtblick. Gegen Hannover, Schalke und Elversberg setzte es deutliche Niederlagen. Die Tabelle der direkten Duelle der Top 5 verdeutlicht die Misere: Paderborn liegt mit nur einem Punkt am letzten Platz.

Kettemanns strategie: aus fehlern lernen
„Wenn wir das Ding entscheiden, haben wir auf Hannover sieben Punkte Vorsprung“, rechnete Kettemann vor – ein klarer Beweis für seinen Optimismus. Selbst eine Niederlage würde die Hoffnungen auf Aufstieg nicht begraben. Vielmehr geht es nun darum, die Lehren aus den Hinrundespielen zu ziehen. „Ich habe das Empfinden, dass es wichtig wäre, direkt zu zeigen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben: Wir sind gewappnet, wir können gegen die Top-Teams auch Punkte holen.“

Ein novize mit zuversicht: „ich habe absolut das gefühl, dass wir ready sind.“
Die fehlende Erfahrung des jungen Trainers Kettemann scheint ihn jedoch nicht zu belasten. „Ich bin Novize, ich habe keine Ahnung“, scherzte er auf Nachfrage und betonte die große Vorfreude auf die anstehenden Aufgaben. Der Fokus liegt auf einem starken Start in Hannover, der ein klares Signal an die Konkurrenz senden würde.
