Ost-kracher am ostersonntag: inter trifft auf roma – die ganze serie a spielt ausnahmsweise an feiertagen

Die Liga hat’s eingestanden: Ohne Nationalteams im Rücken ist der Spielplan ein Fest. Am 31. Spieltag verlegt die Serie A sämtliche Partien in das Osterwochenende – ein Novum seit der Einführung der Einzelspiel-Termine 2010. Spitzenreiter Inter empfängt Roma am Sonntag, 5. April, um 20.45 Uhr. Zwei Stunden später, am Ostermontag, folgt das Duell der Träume: Napoli gegen Milan. Der Fußball isst diesmal die Osterlampe.

Warum die liga plötzlich fromm wird

Der Grund ist simpler als ein Kirchenlied. Sky und DAZN zahlten für exklusive Feiertags-Slots, der Staatsrundfunk RAI pochte auf sein kostenloses Spitzenspiel. Ergebnis: Ein Komplettpaket, das jedes Sofa zum Altar macht. Die Clubs kassieren Präsentationsprämien von insgesamt 28 Millionen Euro – Geld, das in Italien sonst nur der Weihnachtskuchen bringt.

Die Coppa Italia schiebt nach. Die Rückspiele der Halbfinale fallen auf Dienstag und Mittwoch, 21. und 22. April. Inter-Como eröffnet den Doppelpack, Atalanta-Lazio beschließt ihn. Für die Gewinner winkt das Finale im Olympico – und ein Platz in der Europa League, falls die Liga-Platzierung nicht reicht.

Juventus muss indes am Montag um 18 Uhr gegen Genoa ran – ein Zeitfenster, das Traditionsfans noch als „scudetto delle 6“ kennen, als Michel Platini den Ball tanzen ließ. Heute ist es reine TV-Taktik: In Indien frühstückt man dann zu Ronaldo-Chips.

Der fall atalanta: wenn europa alles durcheinanderwirbelt

Der fall atalanta: wenn europa alles durcheinanderwirbelt

Ein einziger Schalter steckt noch im Plan. Soll Atalanta die Champions-League-Viertelfinals erreichen, rutscht Lecce-Atalanta vom Samstag auf Montag 15 Uhr. Udinese-Como würde dann schon um 12.30 Uhr angepfiffen – ein Mittagsspiel, das selbst in Italien nur mit Espresso und Corretto zu ertragen ist. Die Gewissheit kommt am 18. März, nach der Auslosung der Viertelfinals.

Die restlichen Paarungen lesen sich wie ein Reiseprospekt für Fußballromantiker: Cremonese gegen Bologna, Pisa gegen Torino, Verona gegen Fiorentina. Für 15 Euro Tribüne bekommt man in diesen Stadien noch echte Curva-Gesänge – kein Vergleich zu den Business-Logen der Metropole.

Und wer nicht live vor Ort ist, kann am Gründonnerstag die Panini-Sammelbilder digital kaufen. 80 Euro für das Album plus digitale Gazzetta – ein Preis, der in Wahrheit das einzige ist, was an diesem Wochenende nicht erhöht wurde.