Österreichs frauen verpassen sieg gegen norwegen – elfmeter fällt spät und bitter
Die österreichische Frauen-Nationalmannschaft hat gegen Norwegen mehr verloren als nur drei Punkte. Das 0:1 in der Südstadt schmerzt wie ein Schlag ins Gesicht, weil es 81 Minuten langnach einem Remis aussah – und weil die Auswahl von Teamchef Alexander Schriebl eine taktische Meisterleistung zeigte, die am Ende unbelohnt blieb.
Norwegen schlägt zu, als österreich auf sieg spielt
Die Gäste aus dem hohen Norden, Weltranglisten-Zwölfte, kamen mit viel Ballbesitz, aber ohne Durchschlagskraft. Österreich antwortete mit einer Fünferkette, die norwegische Angriffe im Keim erstickte. Mariella El Sherif im Tor hielt, was zu halten war – bis zur 81. Minute. Da stand Lisa Naalsund völlig frei, nahm eine Flanke volley und traf ins Eck. Keine Chance für El Sherif, aber eine Szene, die sich die Defensive erlauben durfte.
Virginia Kirchberger sprach danach von „einer einzigen Unaufmerksamkeit“. Barbara Dunst, erstmals in diesem Jahr über die volle Distanz, nannte das Gegentor „super bitter“. Das Wort stand stellvertretend für die ganze Stimmung im Kabinenbereich: stolz auf die Leistung, verbittert über den Ausgang.

Chancenverwertung wird zum fluch
Österreich hatte nach der Pause sogar leichte optische Überlegenheit. Julia Hickelsberger vergab nach 43 Minuten die größte Chance, Annabel Schasching traf zweimal das Außennetz. „Gegen Topteams musst du aus wenigen Möglichkeiten Kapital schlagen“, sagte Schriebl. Die Zahlen sprechen für sich: vier Torschüsse aufs Tor, kein Treffer – das ist keine Statistik, das ist ein Warnsignal.
Kapitänin Sarah Puntigam fordert vor dem nächsten Spiel gegen Slowenien am Samstag „mehr Kreativität und Kaltschnäuzigkeit im letzten Drittel“. Die Sloweninnen stehen ebenfalls auf Null Punkten, was das Duell in Koper zum Endspiel um den dritten Tabellenplatz macht. Nur ein Sieg zählt, sonst droht das Aus in Liga A.

Neuer stil, altes problem
Schriebl hatte vor dem Match angekündigt, „Entwicklungsschritte“ gehen zu wollen. Das taktische Umschwenken auf tiefe Defensive funktionierte – bis auf eine Situation. Doch der nächste Schritt ist klar: „Wir müssen lernen, den Ball zu halten und selbst Richtung vorne zu geben“, sagte Dunst. Die Phase nach der Pause, in der Österreich plötzlich dominante Räume fand, zeigte das Potenzial – aber auch die Unreife, es konsequent auszuspielen.
Die Busfahrt nach Koper beginnt am Donnerstag. Mit im Gepäck: die Erkenntnis, dass die Defensive gegen Weltklassemannschaften funktioniert – und der Druck, endlich Tore zu erzielen. Schriebl betonte: „Wenn wir so auftreten wie gegen Norwegen, ist alles möglich.“ Die Spielerinnen wissen: Ein Punkt reicht nicht mehr. Der Sieg muss her, sonst wird die WM-Qualifikation zur Geduldsprobe.
Die Niederlage gegen Norwegen war ein Schritt nach vorn – jetzt muss Österreich beweisen, dass sie auch den nächsten machen kann. Am Samstag in Koper entscheidet sich, ob die Defensiv-Arbeit nur ein Trost bleibt oder der Beginn einer Trendwende.
