Oslo zieht den schlussstrich: janina hettich-walz verpasst podestkurs um zwei klicks
Janina Hettich-Walz fuhr auf der Holmenkollen-Schlussrunde noch mit Medaillenkurs, dann knallten zwei Patronen ins schwarze Metall. Platz zehn. Saison vorbei. Frust pur.
Die entscheidenden sekunden im standanschlag
29 Jahre, 15 Weltcup-Winter auf dem Buckel, und sie war „klar im Kopf“, wie sie nach dem Rennen gegenüber dem ZDF gestand. Doch genau diese Ruhe täuschte. Die Visiere der beiden letzten Schüsse blieben starr, die Scheiben aber nicht. 50 Sekunden nach Siegerin Lisa Vittozzi lautete die Quittung – ein Rückstand, den selbst ihre fliegenden Ski auf den letzten 2,5 Kilometern nicht mehr wettmachten. Dahinter: Hanna Öberg, die nach zwei Einzelsiegen in Oslo nur noch Silber holte, und Tereza Vobornikova, deren einziger Fehler Bronze reichte.
Die deutschen Farben? Hinter Hettich-Walz folgte Vanessa Voigt als Zwölfte, Julia Tannheimer als Vierzehnte. Selina Grotian musste sich mit Rang 24 begnügen. Keine deutsche Frau stand diesen Winter auf dem obersten Stockerl – das letzte Mal vor zwei Jahren war das anders. Drei Staffelpodestplätze, ein Einzelpodium durch die mittlerweile zurückgetretene Franziska Preuß in Nove Mesto, das war’s.

Ein olympia-winter ohne deutschen sieg zieht kreise
Die Zahlen sind hart: 29 Rennen, null Siege. Die einst dominierende DSV-Frauenriege schaffte in Antholz nur Mixed-Bronze. Die Folge: Sponsoren schauen genauer hin, der Verband muss Nachwuchsrechnungen offenlegen. Bundestrainer Mark Kirchner sprach nach Oslo von „viel Luft nach oben“, doch intern heißt es, dass die Luft dünner wird. Die nächste Saison beginnt in drei Monaten in Östersund. Wer dann nicht trifft, fliegt aus der Spitzengruppe – egal, wie klar der Kopf ist.
