Oslo wirft skisprung-stars raus: deschwanden wird zum ältesten debütsieger
Der Holmenkollen frisst Helden. Olympiasieger Philipp Raimund flog 36 Meter weit – und landete auf Platz 36. Gesamtweltcupsieger Domen Prepc schied als 42. aus. Was blieb, war ein 35-jähriger Schweizer, der noch vor Jahresfrist mit dem Rücktritt liebäugelte.
Gregor deschwanden schreibt geschichte im nebel
Gregor Deschwanden stand am Rande der Pensionierung. Dann holte er in Oslo seinen ersten Weltcupsieg – und wurde mit 35 Jahren zum ältesten Erstgewinner der Skisprung-Geschichte. „Ich habe nur noch Gas gegeben“, sagte er nach dem dritten Durchgang, als der Nebel über der Schanze hing und die Windfahnen wild schlugen. Die Zahlen: 130 Meter Weite, 141,5 Punkte. Vor ihm lagen Maximilian Ortner und Naoki Nakamura, hinter ihm die komplette Weltspitze.
Raimund hatte noch in Lahti gejubelt, nun sprach er von „voll daneben getreten“. Der Wind drehte sich binnen Sekunden, Böen mit 40 km/h peitschten über die Anlaufplatte. Prepc zuckte nur mit den Schultern: „Klassisch Oslo. Man rechnet hier mit allem, nur nicht mit Logik.“

Deutsches team versinkt im mittelfeld
Andreas Wellinger wurde 17., Karl Geiger 19., Pius Paschke 29. Bundestrainer Stefan Horngacher schüttelte den Kopf: „Das war nicht gut heute.“ Die Analyse wird warten müssen. Am Sonntag um 16.10 Uhr folgt das zweite Springen, dann geht’s nach Vikersund, wo die Flieger auf 250 Meter anpeilen. Die Saison endet in Planica – und wer weiß, vielleicht wartet dort schon das nächste Schmankerl.
Bei den Frauen verpasste Agnes Reisch als Vierte das Podest um 1,8 Punkte. Nika Prepc siegte erneut, ihre Dominanz ist längst Statistik. Die Frage ist nicht mehr, ob sie gewinnt, sondern wie groß der Vorsprung wird.
