Oranje raubt deutschland die show: sprint-wm wird zur niederländischen privatparty

Heerenveen war Donnerstagabend ein einziges Oranje-Wirbelsturm. Femke Kok, frisch gebackene Olympiaqueen, schlachtete vor heimischem Publikum die Konkurrenz ab – und die deutschen Hoffnungsträger schauten wieder einmal nur zu. 146,670 Punkte, drei Goldläufe, null Gegenwehr. Das war keine Leistungsschau, das war Demontage mit Klischee-Garantie.

Niederlande liefert sich selbst den gegner

Schulting, Fledderus, Kok – das Podest glich einem Familienfoto. Die Frage war nicht, ob eine Niederländerin gewinnt, sondern welche. Der Verband hatte sogar auf Jutta Leerdam verzichtet – und trotzdem fehlte jede Spur von Spannung. Deutschland? Anna Ostlender schlidderte auf Rang 14, Katja Franzen folgte als 22. Die einzige deutsche Fahrt, die noch zählte, war die zum Flughafen.

Bei den Männern setzte sich Jenning de Boo durch. 22 Jahre, Silber aus Mailand, jetzt endlich Gold – und das gegen Jordan Stolz, den US-Superstar, der sonst jeden pulverisiert. De Boo blieb cool, Stolz patzte im letzten 1000 m, Ning Zhongyan sicherte Bronze. Die deutschen Läufer? Hendrik Dombek landete auf Platz 18, Moritz Klein wurde wegen Fahrfehlern sogar noch hinter den Letzten gereiht – und anschließend disqualifiziert. Ein Debakel mit Ansage.

Maly und petzold fehlen – aus protest

Maly und petzold fehlen – aus protest

Was niemand auf der Tribüne sah: die beiden besten deutschen Langstreckler. Felix Maly verzichtete aus Solidarität mit Fridtjof Petzold, der vom Verband wegen Kritik an der Athletenbetreuung gesperrt wurde. Maly sagte: „Ich will nicht mitspielen, wenn der Verband Sportler mundtot macht.“ Die Konsequenz: deutsche Medaillen gibt’s nur noch als Livestream aus den Niederlanden.

Die Zahlen sind gnadenlos: Seit 2018 keine deutsche Sprint-Medaille bei einer WM. Die nächste Chance? Samstag und Sonntag bei der Allround-WM – ohne Maly, ohne Petzold, ohne Konzept. Während Oranje feiert, rätselt Deutschland: Wo ist der nächste Angriff? Antwort: auf dem Heimweg, Kilometer 408 bis Hamburg. Da geht’s jetzt lang.