Ricken wirft schlotterbeck den goldenen käfig vor – bvb zittert um abwehrchef

Lars Ricken spricht von einem „absoluten Vertrauensbeweis“, doch was er wirklich aussagt, ist pure Machtlosigkeit. Der Sport-Geschäftsführer von Borussia Dortmund hat Nico Schlotterbeck ein Angebot auf den Tisch gelegt, das so dick ist, dass es kracht – und genau das ist das Problem. Seit Monaten zögert der 26-jährige Nationalspieler, seit Monaten schiebt er die Unterschrift hin und her, und seit Monaten fragen sich die Fans, ob der Abwehrchef überhaupt noch an die Schwarzgelben glaubt.

Real madrid lauert, dortmund betet

Die Deadline tickt. Laut Sport Bild will Schlotterbeck Mitte März entscheiden, ob er bleibt oder geht. Real Madrid hat länger Interesse signalisiert, die spanische Presse schreibt von einem „Plan B“ nach dem Aus von Antonio Rüdiger. Für Schlotterbeck wäre der Schritt logisch: Titel gewinnen, Champions-League-Rhythmus, Weltklubehre. Bei Dortmund hingegen droht wieder ein Jahr der Hoffnung, das am Ende wie so oft in der Enttäuschung endet.

Ricken versucht, die Karten neu zu mischen. „Unser Angebot ist ein absoluter Vertrauensbeweis“, sagt er und meint damit: Wir zahlen mehr, als wir je für einen Innenverteidiger gezahlt haben. Doch Geld allein reicht nicht. Schlotterbeck will Siegerpokale, nicht nur dicke Konten. Und er will Klarheit. Wer ihm das nicht liefert, bekommt die Klinge vorgehalten – in Form einer Ausstiegsklausel, die Dortmund sogar in Erwägung zieht.

Die klausel, die den bvb erpressbar macht

Die klausel, die den bvb erpressbar macht

„Es darf kein Luxus sein, dass wir wissen, mit welchen Spielern wir planen“, sagt Ricken. Doch genau das wird zur Norm. Ein Klub, der sich selbst als Topadresse sieht, diskutiert darüber, ob er einem Leistungsträger die Fluchttür offen halten muss, nur um ihn zu halten. Das ist keine Verhandlung auf Augenhöhe, das ist ein Bettelmarathon.

Schlotterbeck hat die Liga in dieser Saison dominiert. Zweikampfquote: 67 %. Luftduelle gewonnen: 74 %. Pässe in die Spitze: 312, mehr als jeder andere Verteidiger der Liga. Zahlen, die ihn zum begehrtesten Mann am Transfermarkt machen. Zahlen, die Dortmund eigentlich als Argument nutzen sollte – stattdessen wirken sie wie ein Abschiedsbrief.

Die Fans spüren den Bruch. Auf Twitter kursiert ein Foto, das Schlotterbeck mit Blick Richtung Südtribüne zeigt – unterschrieben mit „Zum letzten Mal?“. Die Choreografie für sein mögliches Finale steht schon. Die Frage ist nur: Wann fällt der Vorhang?

Wenn Schlotterbeck geht, verliert Dortmund mehr als einen Abwehrspieler. Es verliert das letzte Stück Identität, das nach dem Weggang von Jude Bellingham und dem Zögern von Jadon Sancho noch übrig war. Dann bleibt ein Klub, der sich selbst als Entwicklungswerk sieht, aber am Ende nur noch ein Durchgangsstadium ist. Und ein Sport-Geschäftsführer, der von Vertrauen spricht, während er mit leeren Händen dasteht.